Freie Fahrt zum Ostbahnhof

Die Details - PLAN VERGRÖSSERN

München - Der „100er“ soll schneller werden. Als siebte Busroute wird die „Museenlinie“ vom Hauptbahnhof zum Ostbahnhof und zurück beschleunigt, und zwar auf der kompletten Strecke!

Nächsten Dienstag muss der Stadtrat das Projekt absegnen, damit der Vorrang von MVG-Bussen vor dem Kfz-Verkehr zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 in Betrieb gehen kann. Es geht um Kosten in Höhe von 2,4 Millionen Euro, zum Beispiel für den Umbau oder Ersatz von Ampelanlagen. Bei den Vorgänger-Projekten hat sich gezeigt, dass man nicht nur die Fahrgäste der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zügiger durch die Stadt chauffieren, sondern auch Busse einsparen kann. Die anfallenden Investitionskosten sind so innerhalb weniger Jahre wieder herinnen. Die Linie 100 ist nach Meinung der Planer geradezu ideal für die Einrichtung der Busbeschleunigung: Es handelt sich um eine lange Stadtbus-Strecke (Richtung Ostbahnhof 6,6 Kilometer, Richtung Hauptbahnhof 7,1 Kilometer), die von jährlich 2,2 Millionen Fahrgästen benutzt wird.

Die Vorrangschaltung soll eine Fahrtzeitverkürzung von 22 bzw. 23 Minuten um fünf Minuten pro Richtung (17 bzw. 18 Prozent) erreichen. Der geringfügige Unterschied zwischen den Strecken beruht auf der etwa 1,5 Kilometer langen Einbahnstraße in der Gabelsberger-/ bzw. Theresienstraße.

So verändert München sein Gesicht

So verändert München sein Gesicht

Die Ampeln werden so eingerichtet, dass sie auch in einem Zweirichtungsverkehr funktionieren – der wird vom Bezirksausschuss Maxvorstadt gewünscht. So läuft die neue Linie:

- Elf Lichtzeichenanlagen werden umgebaut, 14 weitere ausgetauscht, um die technischen Voraussetzungen für die ÖPNV-Vorrangschaltung zu integrieren. Durch den Einbau von LED-Signalgebern in den Ampeln werden zudem jährlich 155 000 Kilowattstunden eingespart, das bedeutet 100 Tonnen Kohlendioxid weniger. Rund 80 Baken müssen zur Ortung der Linienbusse im Verkehrsraum angebracht werden.

- Ausgenommen wird lediglich die Ampel am Hauptbahnhof Nord. Dort wird der Individualverkehr bereits durch eine Trambeschleunigung zurückgehalten.

- Am Odeonsplatz wird die bestehende Busspur um 60 Meter verlängert, wodurch neun Parkplätze vor dem Denkmal König Ludwigs I. entfallen. In Zukunft wird die Haltestelle Odeonsplatz für beide Fahrtrichtungen auf der Ostseite eingerichtet.

- Bei der Ampel an der Ludwig-/Von der Tann-Straße wird nicht der maximale Beschleunigungsgrad anvisiert, um die Maßnahme für den Gesamtverkehr erträglich zu gestalten.

- Die MVG erwartet durch das Projekt nicht nur eine deutlich höhere Attraktivität der Buslinie 100, die 24 Museen anfährt. Erfahrungsgemäß verkehren beschleunigte Linien pünktlicher und regelmäßiger. An Fahrzeug- und Materialkosten werden in jedem Jahr 200 000 Euro eingespart. Man kommt mit einem Bus (und Fahrer) weniger aus.

Barbara Wimmer

So schiebt die MVG ihre Fahrzeuge an

- Im Dezember 2010 wird der letzte Abschnitt der MetroBuslinie 55 beschleunigt. Insgesamt beträgt der Fahrtzeitgewinn bei allen Strecken, bei denen der Bus ganz oder zumindest teilweise Vorrang hat (52, 53, 54, 58, 155), jetzt schon 55 Minuten. Neun Busse werden dadurch eingespart.

- Knapp 200 (ca. 25 Prozent) der von MVG-Bussen befahrenen Ampeln sind mit einer ÖPNV-Beschleunigung ausgestattet. Es gibt 23 Kilometer eigene Busspuren.

- 20 Prozent der Busfahrgäste sind schon beschleunigt unterwegs.

-Bis 2015 sollen, nach dem 100er, mindestens vier weitere Linien systematisch modernisiert werden. Von 1994 bis 2004 wurde allen zehn Trambahnlinien Vorrang eingeräumt. 14 Fahrzeuge wurden eingespart, die Durchschnittsgeschwindigkeit stieg um 22 Prozent.

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