Freie Wähler lassen Konzept erarbeiten

Mittlerer Ring für eine Milliarde Euro kreuzungsfrei?

München - Die Freien Wähler ließen ein Konzept entwickeln, das den Mittleren Ring völlig ampelfrei und leistungsfähiger machen – und die Anwohner von Lärm und Abgasen entlasten soll.

Wie wird der Mittlere Ring ampelfrei? Die Stadt plant derzeit neue Tunnels an der Landshuter Allee und an der Tegernseer Landstraße – am Englischen Garten will eine Bürgerinitiative den Ring unter die Erde verlegen. „Das sind nur Einzelprojekte und kein Gesamtkonzept“, kritisieren Münchens Freie-Wähler-Chef Michael Piazolo und Peter Mehling vom Bezirkssausschuss Giesing.

Zwischen Berg am Laim und Giesing plant die Stadt gar keine Tunnels. Jetzt haben die Freien Wähler beim Verkehrsgutachter Martin Vieregg ein alternatives Konzept entwickeln lassen, das den Mittleren Ring völlig ampelfrei und leistungsfähiger machen – und die Anwohner von Lärm und Abgasen entlasten soll. Eine Milliarde soll das kosten. Wie das geht? Es muss nicht immer ein Tunnel sein, manchmal genügt ein Graben.

J. Welte

1. Landshuter Allee: Hier ergab die Machbarkeitsstudie der Stadt, dass ein neuer Tunnel 500 Millionen Euro kosten würde, der alte würde dabei abgebrochen. „Das ist dreimal so teuer wie vergleichbare Tunnelprojekte“, so Piazolo. Er möchte den alten Tunnel verlängern und den Ring im Norden in Tröge legen.

2. Chiemgaustraße/Innsbrucker Ring: Hier empfiehlt Martin Vieregg einen doppelstöckigen Tunnel, der unterirdisch gegraben und keine Bau-Sperren verursachen würde. Und: „Der unterirdische Vortrieb kostet nur die Hälfte der bisherigen Bauweise.“ Am Innsbrucker Ring schlägt Vieregg einen Graben mit Unterführungen und einen Tunnel in Ramersdorf vor, in den auch die A 8 nach Norden mündet.

3. An der Tegernseer Landstraße plant Vieregg zwischen Grünwalder und Chiemgaustraße einen achtspurigen Tunnel. Die Candidbrücke will er durch einen Tunnel ersetzen. Die Stadt verfolgt favorisiert einen Mega-Tunnel von der Isar zum McGraw-Graben oder die Verlängerung des Candidtunnels bis zum McGraw-Graben.

4. Für den Englischen Garten schlagen Piazolo und Vieregg statt dem von der Bürgerinitiative geforderten Tunnel eine Landschaftsbrücke vor, deren Baukosten nur ein etwa Drittel der Röhre betragen würden. Die Hänge könnten als Schlittenberg oder bei entsprechender Gestaltung auch als Klettergarten genutzt werden.

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