Münchens Realität wird digital erweitert

Freiham-Simulation und digitale Erfassung von U-Bahn-Fahrgästen preisgekrönt

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Preisverleihung (v. li.): Claudius Blank (SWM), Michael Poschmann (LXElectronics), Eduardo Morral (Teratrace), Oscar Gaete (Teratrace), Luis Bollinger (Holo Light) und Janick Hartmann (Holo Light).

Die Stadt München hat erstmals den Innovationspreis verliehen: Freiham als 3D-Projektion und die Erfassung von U-Bahn-Fahrgäste über Smartphones setzten sich durch.

München - Mehr technische Innovationen für die öffentliche Verwaltung: So lautet das Ziel des neuen Innovationspreises, den die Stadt in Gestalt von Wirtschaftsbürgermeister Josef Schmid (CSU) heuer erstmals verliehen hat. Gleich drei Firmen haben bei dem Wettbewerb abgeräumt – mit Ideen, die der Verwaltung sehr praktisch helfen könnten.

„Augmented Reality“ bedeutet, dass die Realitätswahrnehmung computergestützt erweitert wird, indem digitale Informationen dargestellt werden. In dieser Kategorie gewann die Firma „Holo Light“. Die Aufgabe war, auf Basis des digitalen dreidimensionalen Stadtmodells zu visualisieren und virtuell zu modellieren, wie die zukünftige Bebauung im neuen Stadtteil Freiham aussehen wird. „Holo Light“ ersann eine Lösung, bei der das Stadtmodell in Raumgröße dargestellt wird – etwa indem es auf einen Tisch projiziert wird. Dadurch, dass das Objekt so anschaulich gemacht wird, kann in Gremien oder bei öffentlichen Veranstaltungen besser darüber diskutiert werden.

Die zweite Kategorie war „Crowd Awareness“, konkret: zu erfassen, wie die Münchner U-Bahn ausgelastet ist. Hier hatte die Stadt Ideen gefordert, wie an U-Bahnhöfen die Besucherströme und deren Verteilung gemessen, dargestellt und ausgewertet werden könnten. Die Jury entschied sich hier für zwei Preisträger mit ganz unterschiedlichen Ansätzen. Die Firma „Teratrace“ will über Bluetooth die IP-Adressen von mobilen Endgeräten erfassen lassen und so die einzelnen Bewegungen verfolgen. Die Daten werden anonymisiert, um keine Rückschlüsse auf die Nutzer zuzulassen. Der andere Preis geht an die Firma „LXElectronics“: Bei deren Ansatz wird über Mikrofone der Trittschall der Passanten aufgezeichnet und ausgewertet. Die so gewonnenen Passantenzahlen dienen dazu, Fahrgastbewegungen zu erfassen und zu prognostizieren. Beide Ansätze sollen gemeinsam mit den Stadtwerken München (SWM) an U-Bahnhöfen getestet werden.

Darin besteht auch der Preis: Unternehmen und Gründer erhalten eine Gelegenheit, ihre Ideen umzusetzen, im Praxistest zu erproben und weiterzuentwickeln.

chu

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