S-Bahn mit neuem Haltepunkt

Freiham: Die tz erklärt das neue Viertel

München - Wenn’s frei ham, fahren’s nach Freiham – viel mehr als Möbel Höffner gab es dort bisher nicht. Das ändert sich jetzt. Die tz stellt das neue Viertel im Münchner Westen vor.

Ab dem heutigen Samstag hat der Stadtteil im Westen nun einen eigenen S-Bahn-Anschluss – Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) und Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) weihten ihn ein. Nächster Halt: Freiham! Die tz erklärt den neuen Bahnhof und das junge Viertel.

S-Bahnhof Freiham

Bahn frei in Freiham! Samstagfrüh um 5.16 Uhr gleitet hier zum ersten Mal die S8 in Richtung Herrsching über die Schiene. Eine runde Sache: Freiham ist der 150. S-Bahn-Halt in München, er liegt zwischen Neuaubing und Harthaus. 150 Mal am Tag wird die S-Bahn hier auf den beiden 210 Meter langen und vier Meter breiten Bahnsteigen halten – rund 11.000 Fahrgäste sollen in Freiham jeden Tag ein-, aus- oder umsteigen. Ein Jahr lang hat der Bau gedauert – Stadt und Freistaat hat er 10,8 Millionen Euro gekostet. Sieben Stadtratsbeschlüsse und 100 Planungsgespräche waren nötig, um den Halt an der Hans-Stützle-Straße fertigzustellen.

Mit der Linie S8 können die Freihamer zur Hauptverkehrszeit alle zehn Minuten in Richtung Innenstadt fahren. „Für die Attraktivität eines neuen Stadtteils wie Freiham ist eine optimale Anbindung an den öffentlichen Verkehr von herausragender Bedeutung“, sagt Bürgermeisterin Christine Strobl. Die Fahrzeit zum Marienplatz wird rund 20 Minuten betragen. 82 provisorische Park-&Ride-Parkplätze stehen momentan zur Verfügung. Am neuen S-Bahnhof hält seit Samstag auch die verlängerte Stadtbuslinie 143 (Möbel Höffner – OEZ) – sie ersetzt den bisherigen Stadtbus 157.

Im neuen Stadtteil werden 8000 Wohnungen gebaut

München wächst: Freiham ist der jüngste Stadtteil – im Westen entsteht auf 350 Hektar ein neues Wohn- und Gewerbegebiet. Hier sollen 20.000 Bürger wohnen und rund 7500 arbeiten. Die Fläche gehört zu gleichen Teilen der Stadt und dem Zweckverband Freiham.

Das neue Wohnviertel in Freiham: Hier sollen bald 20.000 Münchner leben. Noch ist wenig los.

Laut Referat für Stadtplanung und Bauordnung entstehen insgesamt 8000 Wohneinheiten, Grundschulen und Kitas, ein Bildungscampus mit Sportpark und öffentliche Erholungsflächen. An diesem Wochenende öffnen die ersten Geschäfte. Ab 2015 soll das Wohngebiet auf der anderen Seite der S-Bahnlinie entstehen. Direkt am Bahnsteig steht ein dreistöckiges Gesundheitszentrum, darin arbeiten künftig Ärzte und Psychologen. Noch sind aber nicht alle Räume vermietet. Sehr schön ist das lichtdurchflutete Atrium im Inneren. Die drei Wohnbauten dahinter erscheinen wie zwei größere Beton-Blöcke noch etwas trist.

Wo der schicke Landschaftspark entstehen wird, ist heute noch ein Acker. „Freiham soll ein lebendiger und hoch attraktiver Stadtteil mit eigener Identität werden“, sagt Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD). Das wird aber noch ein paar Jahre dauern …

Was bringt der neue S-Bahn-Halt? Das sagen die Anwohner

Martina Mehltretter (34) mit Simon (6 Monate) aus Freiham: "Ich war bei der Einweihung dabei und freue mich über unseren neuen S-Bahn-Anschluss – ich wohne gleich in der Nähe und komme gut zu Fuß hin. Mein Mann wird jetzt mit der Bahn zur Arbeit fahren, und ich kann mit meinem Sohn schöne Ausflüge in die Innenstadt machen."

Waltraud Schödel, Freiham: Früher musste ich immer zu Fuß nach Neuaubing gehen. Für die Strecke habe ich eine halbe Stunde gebraucht, jetzt kann ich sie mit der S-Bahn in einer Minute fahren. Das erleichtert mir den Alltag, es ist eine super Anbindung.

Wolfgang Popp (71), Rentner, Neuaubing: "Der Bahnhof ist wichtig für Freiham, aber mich ärgert, dass hier Millionen verpulvert wurden. Noch immer stehen einige Häuser leer, die Unterführung ist unnötig und wird nicht genutzt. Ich denke, am Ende wird sie sehr verdreckt sein."

Andreas Thieme

Rubriklistenbild: © Jantz

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