Fremdenlegionär gesteht Betrug in großem Stil

München - Ein 21-jähriger Fremdenlegionär stellt sich nach einem großangelegten Betrug selber im Polizeipräsidium, weil er ein neues Leben beginnen will. Doch viele Fragen bleiben offen:

Ein sonderbarer Fall beschäftigt die Münchner Polizei. Ein 21-jähriger deutscher Fremdenlegionär stellte sich am Samstagabend auf einer Wache und gab an, mit Scheck- und Kreditkartenbetrug Waren für mehrere 100 000 Euro ergaunert zu haben. Nun wolle er ein neues Leben beginnen – doch sein altes wirft zunächst einige Fragen auf.

Gegen 19 Uhr kam der junge Mann ins Präsidium und wollte ein Geständnis ablegen. Er habe bei verschiedenen Firmen zahlreiche Kleidungsstücke, Möbel und Elektrogeräte bestellt. Diese habe er mit ungedeckten Schecks und Kreditkarten bezahlt, die schon gesperrt waren. Sogar den Schaden bezifferte er – mit runden 500 000 Euro. Nun, sagte er den Beamten, wolle er sich selbst anzeigen, weil er mit seinem alten Leben abschließen wolle. Er sei vor kurzem Vater geworden. Darum sei er auch vor drei Wochen aus der Fremdenlegion ausgeschieden und nach Bayern zurückgekehrt, weil er sich um seine Tochter kümmern möchte.

Um zu klären, ob die Geschichte so auch stimmt, muss die Polizei etliche Fragen klären. Zum Beispiel ist noch unklar, wo die ganzen Waren sein sollen, da der Mann schließlich in der Legion lebte. Außerdem muss man sich für diese mindestens fünf Jahre lang verpflichten. Der Fremdenlegion (Légion Étrangère) gehören nach eigenen Angaben aktuell 7699 Freiwillige aus 136 Ländern an, die als Zeitsoldaten Dienst für Frankreich leisten. Im Sinne des Völkerrechts sind sie reguläre Soldaten der französischen Armee, auch wenn sie oft als Söldner wahrgenommen werden.

Da der gebürtige Altöttinger keinen festen Wohnsitz hat, muss er bis zum Beginn einer Verhandlung damit rechnen, dass er in Untersuchungshaft bleibt.

Sven Rieber

Rubriklistenbild: © ap

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