Von Freund massiv verprügelt - jetzt will sie ihn heiraten

München - Wegen gefährlicher Körperverletzung steht ein 28-Jähriger zur Zeit in München vor Gericht. Er hat seine eigene Freundin verprügelt und ausgepeitscht. Die will ihn jetzt aber auch noch heiraten.

Im Münchner Prozess gegen einen 28-jährigen Angeklagten wegen massiver Misshandlung seiner Lebensgefährtin hat die Verteidigung am Freitag mit der Ankündigung überrascht, das Opfer habe dem Mann verziehen und wolle ihn heiraten. Die 24-Jährige, die als Nebenklägerin an der Verhandlung teilnimmt, hat dies schriftlich bestätigt. Ihrem Freund wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Er hat die junge Frau laut Anklage an deren 24. Geburtstag im Juni 2011 bei einem Streit massiv misshandelt und unter anderem mit einem Elektrokabel ausgepeitscht. Als ihr die Flucht gelang, verfolgte sie der Angeklagte und schlug unter Beschimpfungen und Drohungen weiter auf sie ein. Die erheblich verletzte Frau musste im Krankenhaus stationär behandelt werden.

Der gelernte Mechatroniker, der zuletzt Autos leaste und weiter vermietete, hat die Tat über die Verteidigung eingeräumt. Seit einer Fehlgeburt der Frau habe es zwischen ihr und ihrem Freund Beziehungsprobleme gegeben, sagte die Anwältin. Der Angeklagte habe seine Lebensgefährtin an deren Geburtstag mit einem Heiratsantrag überraschen wollen und bereits die Ringe zurücklegen lassen. Dann sei ein Kunde verhaftet worden und ihm die Automiete schuldig geblieben, „seine schönen Pläne sind in sich zusammengefallen, er war megadeprimiert“, zitierte die Anwältin den Mandanten. Dieser habe seinen ganzen Frust an der Freundin abreagiert.

Der nebenbei als Türsteher tätige Angeklagte wird ferner beschuldigt, seine frühere Freundin im August 2009 ebenfalls schwer verprügelt zu haben. Die 31-Jährige schilderte die schweren Misshandlungen unter heftigen Tränen. Sie konnte sich schließlich zu einem väterlichen Freund retten und eine einstweilige Verfügung gegen ihren Ex-Freund erwirken. Noch heute hat sie große Angst vor dem Angeklagten, sodass sie ihre Adresse im Zeugenstand nicht angeben musste. Der Prozess dauert an.

dpa

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