Fridays for Future: Was die Stadt fürs Klima tun will

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Umweltreferentin Stephanie Jacobs (parteilos) freut sich über die Forderungen der Umweltbewegung „Fridays for Future“. Sie beteuert, die Stadt wolle bis 2050 klimaneutral sein.

31 Forderungen hat die Münchner Ortsgruppe der Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ an die Landeshauptstadt formuliert. Jetzt antwortet Umweltreferentin Stephanie Jacobs (parteilos) – und stellt klar, dass die Jugendlichen bei ihr offene Türen einrennen.

Bis 2025 keine Autos mehr innerhalb des Mittleren Rings? Das ist eine der plakativsten Forderungen, die die Münchner Ortsgruppe der Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ (wir berichteten) vorgelegt haben. Münchens Umweltreferentin Stephanie Jacobs (parteilos) zeigt sich erfreut über das Engagement der jungen Leute. „Mit den 31 Forderungen an die Landeshauptstadt läuft Fridays for Future offene Türen bei mir ein“, sagte Jacobs am Donnerstag. „An der Umsetzung eines Großteils der Forderungen sind wir als Landeshauptstadt bereits dran.“

So habe man sich das Ziel gesetzt bis 2050 klimaneutral zu sein. Dazu gebe es ein ambitioniertes Klimaschutzprogramm. Zudem fördere die Stadt bundesweit einzigartig die Mobilitätswende hin zu vor Ort emissionsfreien Elektromobilität, bringe die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden und den Ausbau der Photovoltaik vehement voran. „Auch die Stadtwerke München haben eine Strategie zur Energiewende und bauen die Geothermie aus.

„Ich freue mich sehr über das Engagement aller Akteure von „Fridays for Future“ und den Rückenwind für die Klimaschutzaktivitäten der Stadt.“ Die Referentin verweist überdies auf bereits beschlossene und aktuelle Aktivitäten des Referats. So wurde 2018 eine Fortschreibung des Integrierten Handlungsprogramms zum Klimaschutz (IHKM) und die Bereitstellung von über 100 Millionen Euro für die Jahre 2019 bis 2021 vom Stadtrat beschlossen. Ferner sei die Luftreinhaltung ein sehr wichtiges Anliegen. Die gesetzlichen Grenzwerte für Feinstaub können seit 2012 dank der Umweltzone in München durchgehend eingehalten werden. Bei den Stickstoffdioxidwerten gibt es derweil noch Nachholbedarf. Die Stadt hatte dazu im Vorjahr einen Masterplan zur Luftreinhaltung mit 127 Maßnahmen beschlossen. In einem Grundsatzbeschluss zur Luftreinhaltung wurde 2017 außerdem eine Mobilitätswende für München beschlossen. 2025 sollen 80 Prozent der Wege in München emissionsfrei, also zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem ÖPNV oder emissionsfreien Fahrzeugen zurückgelegt werden.

Umfrage: Hälfte der Münchner sieht Initiative positiv

Die Bevölkerung der Region München begrüßt das Engagement der Schüler bei den „Fridays for Future“-Demonstrationen grundsätzlich.  Das zeigt die Frühjahrsumfragen 2019 des in München ansässigen Regionalinstituts für Marktforschung (RIM Marktforschung GmbH). Demnach befürwortet etwas mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) die Demonstrationen während der Schulzeit. Rund ein Drittel lehnt die Demonstrationen eher ab. Der Rest hat keine Meinung dazu. Auffällig ist jedoch ein signifikant höheres Zustimmungsverhalten der jüngeren Erwachsenen und die signifikant höhere Skepsis unter älteren Bürgern. In der Region München kann darüber hinaus ein deutliches Gefälle zwischen Stadt- und Umlandbevölkerung beobachtet werden: während die Stadtbevölkerung die Schüler-Demonstrationen zu 65 Prozent begrüßt, halten sich im Umland die Befürworter (46 Prozent) und Ablehner (44 Prozent ) die Waage.

Siemens soll sich an Kohle-Bergbauprojekten in Australien beteiligen wollen. Fridays-for-Future-Demonstranten versammelten sich vor der Siemens-Zentrale am Wittelsbacherplatz.

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