Besucher klagten bereits über Wasser-Knappheit

Die Friedhofsbrunnen sprudeln wieder

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Übergangslösung, bis die Brunnen wieder in Betrieb sind: Ein Mitar beiter des Ostfriedhofs füllt eine Wassertonne, eine Frau mit Gießkanne wartet, bis der Behälter voll ist.

Es häuften sich bereits die Beschwerden über die wegen Frostgefahr abgedrehten Brunnen auf den Münchner Friedhöfen. In den kommenden Tagen fließt nun wieder das Wasser. 

München - So schön das Wetter in den vergangenen Tagen war, so groß war der Frust vieler Münchner, die ein Grab von Angehörigen pflegen wollten. Denn: Es gab kein Wasser zum Gießen, die Brunnen waren noch nicht in Betrieb. Nun gibt es eine gute Nachricht: Ab heute werden sie peu à peu auf allen 29 städtischen Friedhöfen wieder sprudeln.

Rentnerin Christl Hein (80), die im Westfriedhof das Grab ihres vor elf Jahren verstorbenen Ehemanns Erhard pflegt, schimpfte gestern gegenüber unserer Zeitung: „Es ist jedes Jahr derselbe Ärger.“ In den vergangenen Jahren habe es ja zwischendurch immer wieder geregnet, aber heuer sei es so trocken gewesen, dass man dringend Wasser benötigt hätte. Warum also könne die Stadt nicht reagieren – und bei einem solchen Wetter die Brunnen früher aufdrehen?

„Das liegt an der Technik“, erklärt Alois Maderspacher, Sprecher des für die Friedhöfe zuständigen Referats für Gesundheit und Umwelt: „Für die Brunnen kann man nicht einfach, wie in einem Einfamilienhaus, das Wasser an- oder abdrehen. Zu den Friedhofsbrunnen führen Ringleitungen, deren Wasser unter Druck steht.“ Wenn einmal das Wasser wieder fließt, sei es ein großer Aufwand, die Rohre wieder zu leeren. Solange noch die Gefahr von Nachtfrost bestehe, sei es daher nicht ratsam, die Leitungen vollaufen zu lassen. Denn, so Maderspacher: „Nachtfröste gefährden die Ventile. Daran kann ein großer Schaden entstehen.“ Bis die Brunnen in Betrieb sind, habe die Stadt als „extra Service“ Wasserbehälter aufstellen lassen, die immer montags, mittwochs, freitags und samstags gefüllt werden.

Das sei aber nicht ausreichend geschehen, moniert Christl Hein: „Gerade am Westfriedhof ist da anscheinend schlampig gearbeitet worden.“ Weil die Container leer waren, musste man sich mit Wasser aus dem Waschbecken in den Toiletten behelfen. „Aber das ist ein weiter Weg zu gehen. Ich als alter Mensch kann die Gießkanne auch nicht ganz voll machen, deshalb muss ich den Weg zweimal gehen.“ Als die 80-Jährige bei der Friedhofsverwaltung nachfragte, habe man ihr vorgehalten: „Warum könnt ihr es denn nicht erwarten? Warum müsst ihr jetzt schon pflanzen?“ Dabei findet Hein: „Es ist doch gut, wenn die Leute den Friedhof pflegen und nicht verlottern lassen.“

Referatssprecher Maderspacher rät allen Grabpflegern, sich unter 089/2 31 99 01 oder durch Aushänge an den Friedhöfen zu informieren, wann die Brunnen in Betrieb genommen werden. „Dann können Sie ihre Pflänzchen kaufen.“ 

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