Frisur ruiniert - aber nicht schlimm genug

München - Haarsträubendes Urteil – zumindest aus der Sicht der Klägerin: Sie hatte eine Friseuse verklagt, da diese ihre Frisur ruiniert habe. Doch es war nicht schlimm genug.

Das Amtsgericht München wies die Klage allerdings ab. Grund: Schmerzensgeld käme nur in Betracht, wenn „infolge der Haarbehandlung dauerhafte Schäden am Haar oder der Kopfhaut verursacht werden“, befand das Gericht. Oder falls der neue Schnitt so kraus ist, dass man „quasi entstellt“ sei. Keine Kohle gibt’s hingegen, wenn der Wunsch der Kundin missachtet wird.

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Das Malheur ereignete sich im Juni 2010: Die spätere Klägerin betrat einen Friseursalon und bat die Friseurin, am Deckhaar nur einen halben Zentimeter abzuschneiden. Das Haar der Kundin sei von Natur aus sehr dünn. Während des Schneidens und Färbens zeigte sich die Kundin zufrieden – die Beschwerde folgte allerdings zwei Tage später. Die Kundin kehrte an den Ort der Tat zurück und ließ kein gutes Haar an ihrem Schnitt: Sie habe nun richtige Löcher auf dem Kopf, die deutlich sichtbar seien. Sie verlangte Geld von der Friseusin.

Die lehnte ab, und so kam’s zum haarigsten Prozess der Stadt. Das Gericht begutachtete den Schnitt und stellte fest: Dass die Kopfhaut aus dem Haar hervorschimmert, liegt am „Haarzustand der Klägerin“ und sei nur durch den Schnitt verstärkt worden. Eine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts sei darin nicht zu sehen.

tz

Rubriklistenbild: © dpa

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