Keine Ausfahrt möglich: Rentner sauer

Gefangen im Parkhaus

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Wie Anton Schedel den Geldschein auch einführte und wendete, der Automat im Parkhaus nahm das Geld einfach nicht an

München - Stell dir vor, du bist im Parkhaus und kommst nicht raus … Genau das ist Anton Schedel (78) in Fröttmaning passiert. "Schon zum dritten Mal!", schimpft der Rentner.

Das Parkhaus an der U-Bahn Fröttmaning – bereits zum dritten Mal konnte Schedel hier nicht rausfahren

Für fünf Tage waren seine Frau und er mit dem Bus nach Norderney gefahren. Ihr Auto hatten sie im Parkhaus in Fröttmaning abgestellt, wo die Bustour begann. Als das Paar zurück war, sollte es 29 Euro für das Parkticket zahlen. Das Problem: Beide Automaten im oberen Bereich des Parkhauses haben die Scheinannahme verweigert, sagt Schedel zu Hallo München: „Und 29 Euro in Kleingeld hat niemand dabei.“ Er drückte den Störungsknopf, die Computerstimme riet ihm, den Schein glatt zu streichen oder andersherum in den Schlitz einzuführen. Doch wie er es auch drehte und wendete: Der Kasten wollte den 50- Euro-Schein nicht.

Wechseln ging auch nicht: Die Geschäfte waren schon zu, die Wechselautomaten nahmen auch die 20- oder 10-Euro-Scheine nicht.

Ein Techniker musste anrücken. Nach der Reparatur lief die Scheinannahme wieder. Anton Schedel hätte darüber hinweggesehen, wäre ihm das zum ersten Mal passiert – aber es war ja schon Störfall Nummer drei in diesem Jahr. Egal, ob Litauen, Lettland oder Norderney – der Urlaub endete für Familie Schedel stets mit Wartezeit im Parkhaus.

Zwischenzeitlich hat er den Betreiber des Parkhauses, die Park&Ride GmbH der Stadt, angeschrieben. Sein Vorschlag: die Automaten für EC-Karten umzurüsten. Diese Anregung könne bei der Firma aber niemand nachvollziehen, erzählt Schedel. Als er dort anrief, soll man dem 78-Jährigen sogar gesagt haben, er müsse ja nicht mit dem Auto fahren, sondern könne ein Taxi oder die öffentlichen Verkehrsmittel nehmen.

Park&Ride-Geschäftsführer Wolfgang Großmann kann nicht nachvollziehen, was Anton Schedel widerfahren ist. „Das überrascht mich.“ Es sei das erste Mal, dass sich jemand mit diesem Problem meldet. Auch bei ihm – denn der Chef geht bei Park&Ride auch schon mal selbst ans Informations-Telefon. „Das ist mir wichtig, um den Kontakt zum Kunden zu haben“, sagt er.

Und: „Da kriege ich über die Zufallsauswahl eine Menge mit.“ Er verspricht aber, der Sache mit den fehlerhaften Automaten nachzugehen. Die Automaten so umzurüsten, dass Kunden auch mit EC-Karte zahlen können, sei allerdings nicht machbar, sagt der Geschäftsführer. „Der Großteil der Kunden nutzt den Tagesparkpreis von einem Euro. Das Umrüsten wäre wirtschaftlich nicht darstellbar.“

Sascha Karowski

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