Klinik weist Vorwürfe zurück

Organskandal schon früher bekannt?

München - Im Organspende-Skandal am Münchner Klinikum rechts der Isar weist die Klinikleitung Vorwürfe zurück, schon vor mehr als zwei Jahren von vorsätzlichen Manipulationen gewusst zu haben.

Der Bayerische Rundfunk berichtete am Donnerstag, damals sei mehreren Ärzten eine Lebertransplantation aufgefallen, bei der eine Patientin aufgrund eines manipulierten Blutwertes vorzeitig operiert worden sei. Sie hätten den Vorfall an die Klinikleitung gemeldet, darunter auch dem Ärztlichen Direktor. Dieser habe die von Kollegen kritisierte Operation jedoch als grundsätzlich in Ordnung eingestuft. Mittlerweile wird dieser Fall von Bundesärztekammer und Staatsanwaltschaft untersucht.

Nach Angaben der Klinik vom Donnerstag wurden der Ärztliche Direktor sowie der Chirurg und der Leiter des Transplantationszentrums im Januar 2010 erstmals auf Unregelmäßigkeiten hingewiesen sowie auf die Existenz von Gedächtnisprotokollen einiger Mitarbeiter.

„Aus Anlass des Hinweises wurden die Beteiligten befragt und Stellungnahmen eingefordert. Aufgrund der vorliegenden Informationen kam man zu dem Ergebnis, dass eine Verwechslung von Laborröhrchen vorgelegen habe. Nachweise für eine vorsätzliche Manipulation ergaben sich dabei jedoch nicht“, teilte das Klinikum mit.

Dieser Verdacht habe sich erst Anfang Oktober 2012 erhärtet - nachdem Ausdrucke von im EDV-System des Klinikums im Januar 2010 fehlerhaft gelöschten Laborbefunden vorgelegen hätten. Ob die Befunde aus Versehen oder vorsätzlich gelöscht wurden, müsse noch untersucht werden, sagte eine Sprecherin. Vergleichbare Fälle von Unregelmäßigkeiten im Lebertransplantationsprogramm seien danach nicht mehr bekanntgeworden. „Wir können nicht ausschließen, dass es noch weitere Fälle gibt. Das muss nun geprüft werden“, sagte die Sprecherin.

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