Früher Massenmörder - heute Zeitungsverkäufer in München?

München - Ein scheinbar harmloser Münchner Zeitungsverkäufer ist als möglicher Massenmörder ins Visier der deutschen Justiz geraten. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt.

Der heute 60-jährige ehemalige Geheimdienst-General aus Kabul (Afghanistan) leitete nach Recherchen des Nachrichtenmagazins Focus die Verhör- und Folterzentralen Afghanistans. Er soll für die Ermordung von 30 000 Menschen verantwortlich sein. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen Mordes. Die ersten Hinweise gingen vor drei Jahren beim BKA ein. Das Bayerische Landeskriminalamt wurde mit der Untersuchung beauftragt.

Der Beschuldigte war laut Focus vor und nach der sowjetischen Invasion im Dezember 1979 Abteilungsleiter im Geheimdienstapparat der damals kommunistischen Regierung von Mohammad Nadschibullah. 1988 soll er für ein Massaker im Foltergefängnis Pul-i-Charkhi verantwortlich gewesen sein. Als Häftlinge den angekündigten Abzug der Roten Armee bejubelten, ließ er die Männer in Gruppen von jeweils 60 Menschen erschießen und in Massengräbern verscharren. Nach seiner Flucht aus Afghanistan lebte er als Zeitungsverkäufer unauffällig in München und ist inzwischen deutscher Staatsbürger.

dop.

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