KVR-Entscheidung

Frühlingsfest: Hippodrom bleibt in Hand der Familie Krätz

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Sepp Krätz wird nicht Wirt des Hippodroms auf dem Frühlingsfest sein

München -  Jetzt steht es fest: Sepp Krätz wird auch auf dem Frühlingsfest nicht mehr als Wirt auftreten. Er hat seinen Antrag auf eine Genehmigung zurückgezogen. Das Geschäft bleibt aber in der Familie.

Im Hippodrom auf dem Frühlingsfest haben ab sofort zwei Frauen das Sagen! Wie das Kreisverwaltungsreferat gestern mitteilte, ist es nun auch amtlich, dass der wegen Steuerhinterziehung zu 22 Monaten auf Bewährung verurteilte Wiesnwirt Sepp Krätz das Zelt nicht mehr betreiben wird. Stattdessen halten ab dem 25. April seine Frau Tina und seine Schwester Johanna Barsy das Zepter in der Hand.

„Herr Krätz hat seinen Antrag für die Gestattung auf dem Frühlingsfest zurückgezogen“, sagt Daniela Schlegel vom KVR zur tz. Damit ist er wohl einem Entzug durch das Referat zuvorgekommen. Denn das hatte bereits angedeutet, dass Krätz als nicht mehr zuverlässig eingestuft werde. Laut Schlegel ist die sogenannte Gestattung – ähnlich der Konzession – für die beiden Vertrauten von Sepp Krätz gerade in Vorbereitung.

Wer aber sind die beiden neuen Wirtsdamen? Tina Krätz, seit 2009 die zweite Ehefrau von Sepp Krätz, ist ebenso wie Johanna Barsy seit 2012 Gesellschafterin in der Hippodrom Oktoberfest OHG. Sepp Krätz hatte schon damals angekündigt, seine Frau immer mehr in die Geschäfte einzubinden. Tina Krätz, geborene Fichtel, tritt damit nicht nur in die Fußstapfen ihres Mannes, sondern auch in die ihrer Eltern: Denn von 1975 bis 1988 betrieben Artur und Hermine Fichtel das Hackerzelt auf der Wiesn.

Die zweite neue Chefin, Johanna Barsy, ist Betriebswirtin und Vollblut-Gastwirtin. Die Krätz-Schwester betreibt seit 24 Jahren mit ihrem Mann Johann das Ausflugslokal Forst Kasten mit Biergarten bei Gauting. Die Wirtsleute erhielten hierfür die „Auszeichnung in Gold für Bayerische Küche 2010“ vom bayerischen Ministerium für Landwirtschaft und Forsten. Schon im Oktober 2012, als es darum ging, ob Tina Krätz das Wiesn-Hippodrom übernehmen könnte, sagte Sepp Krätz zur tz: „Das geht doch gar nicht. Eher meine Schwester, die ist ja auch Gastronomin und hilft jetzt schon viel im Zelt mit.“ Auf die Frage, ob die Schwester in den Startlöchern stünde, sagte Krätz: „So ein Zelt würde doch jeder gerne führen!“ Wer weiß, vielleicht sammelt Barsy ja auf dem Frühlingsfest Erfahrungen für eine Wiesn-Karriere?

Edmund Radlinger, Vorstand der Münchner Schausteller, die das Frühlingsfest veranstalten, ist für sein Fest jedenfalls optimistisch: „Beide sind schon seit zwei Jahren Vertragspartner. Die Damen können das. Sie sind jetzt unsere Wirtsleute – und ich wünsche ihnen viel Glück!“ Er fügt hinzu: „Am Hippodrom ändert sich nichts.“

Kein Wunder: Sepp Krätz bleibt ja auch nah am Betrieb dran. Im Vorfeld war auch von einem möglichen Betretungsverbot für den bisherigen Wirt die Rede. „Ein offizielles Betretungsverbot gibt es nicht“, sagt Daniela Schlegel vom KVR. „Herr Krätz hat uns schriftlich zugesichert, dass er keinen Einfluss auf das Hippodrom nehmen wird.“

Nina Bautz

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