Norman D. auf Frühlingsfest schwer verletzt

Diese Schläger trampelten auf seinen Kopf

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Der Techniker Norman D. (29) wurde von Schlägern schwerst verletzt

München - Die Polizei sucht jetzt mit einem Foto nach den Schlägern vom Frühlingsfest. Die tz sprach mit Opfer Norman D. - er wird ein Leben lang an den Folgen leiden.

Im Nachhinein denkt Norman D. (29), dass die Typen ihn bewusst provoziert haben, um ihn vor laufender Kamera zusammenschlagen zu können. Nur eine feine Narbe entlang der rechten Kinnkante erinnert ihn heute noch an die Nacht, in der ihm eine brutale Schläger-Gang auf dem Frühlingsfest auf der Theresienwiese das Gesicht zermalmte.

An den Folgen wird der Münchner Versorgungstechniker ein Leben lang leiden. Seit Mittwoch sucht die Polizei per Fotofahndung zwei der vier Täter, die Minuten nach dem Gewalt-Exzess von der U-Bahn-Kamera am Goetheplatz gefilmt wurden. Kriminalkommissar Alwin Beck und Kommissariatsleiter Stephan Mayr (K23, Telefon: 089/2910-0) hoffen jetzt, dass die Täter schon bald identifiziert werden.

Es geschah am Abend des 26. April, ein Freitag. Norman D. feierte mit Freunden im Hippodrom . Gegen 22 Uhr ging er zum Rauchen ins Freie. Draußen war gerade Feuerwerk. Plötzlich sprachen ihn vier Typen (18 bis 20 Jahre alt, eventuell osteuropäischer und türkischer Herkunft) an: „Haste mal ’ne Zigarette?“ Norman D.’s Schachtel war fast leer. Außerdem gefiel ihm der Ton dieser Burschen nicht. Er sagte „Nein!“ Dann flammte ein Fotoblitz auf. „Einer der Typen hat mich einfach fotografiert. Ich sagte zu ihm: „Das löschst Du!“ Ein Wort gab das andere. Und dann gingen Norman D. ganz plötzlich die Lichter aus.

Ein Zeuge (30) beschrieb der Polizei später die Situation. „Wie ein Kirmes-Boxer“ hatte der Mann mit dem Handy den Techniker geübt mit einem Faustschlag bewusstlos geschlagen. Auf der Flucht kam einer der Täter nochmal zurück, brach dem bewusstlos am Boden liegenden Norman mit einem fürchterlichen Stampftritt die rechte Gesichtshälfte. Ein anderer kreischte wie von Sinnen: „Ich hoffe, dass der daran verreckt!“ Dann hauten sie ab.

Im Krankenhaus diagnostizierten die Ärzte einen doppelten, komplizierten Kieferknochenbruch. Mehrere Zähne waren gebrochen bzw. locker: „Meine rechte Gesichtshälfte hing herunter. Der Kiefer hatte keine Verbindung mehr zum Gelenk.“ Nach zwei Operationen in München und Marburg bei einem Spezialisten wurde der Unterkiefer fixiert. Wochenlang konnte sich Norman D. nur durch einen kleinen Spalt flüssig ernähren, nahm vier Kilo ab. Drei Platten stützen heute seinen Knochen, die Zahnbehandlung hat schon mehrere hundert Euro verschlungen.

Um Volksfeste wird der 1,92 Meter große und trainierte Norman künftig einen Bogen machen: „Ich werde mich nie wieder einer solchen Situation aussetzen. Das hat man einfach nicht in der Hand."

Dorita Plange

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