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Auf Frühschicht mit den Saubermachern

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Vier Tonnen Müll liegt an schönen Wochenenden oft an der Isar

München - Nach dem Feiern und Grillen an der Isar und im Englischen Garten den eigenen Müll wegräumen? Kommt für viele leider nicht in Frage. Die tz war dabei, als die Partyzonen trotzdem wieder blitzsauber wurden.

Flaucher

Dicker Grilldunst umgibt die Thalkirchner Brücke an lauen Sommerabenden, der Duft von Steaks und Würstchen steigt in die Nase: das Grill-Paradies am Flaucher. Gegen Mitternacht leert sich das Isarufer wieder, allein der Müll bleibt.

Einige Grillfans tragen ihren Müll wenigstens bis zum Müllkäfig

Nächster Morgen, sechs Uhr: Die Sonne ist noch nicht aufgegangen über dem Flaucher, doch Hakan Karahisar und seine Kollegen sind bereits unterwegs. Mit ihren Greifzangen räumen die acht Männer alles weg, wofür die Feierwütigen am vorigen Abend zu faul waren: Einweggrills, Plastikbesteck, Kronkorken, Batterien und sogar benutzte Kondome zieren die grauen Kieselsteine. „Wir finden alles, was die Leute für einen Grillabend brauchen“, so Karahisar. Sein kuriosester Fund bisher: ein Grill samt halb verkohltem Spanferkel. Gerade wenn zu viel Alkohol im Spiel ist, ufert der Grillspaß schnell aus: „Besonders wütend werde ich, wenn die Griller Bierflaschen zerbrechen. Dann müssen wir diese mit Handschuhen einzeln aufklauben, sonst schlitzen sich Hunde ihre Pfoten auf – und Kinder können erst recht nicht barfuß laufen.“

Immerhin 100 000 Euro lässt sich die Stadt den Reinigungsdienst entlang der Isar jährlich kosten, etwa ein Drittel davon entfällt auf den Flaucher! An einem Wochenende mit schönem Grillwetter räumen die Müllmänner bis zu fünf Tonnen Unrat weg. Und das, obwohl extra zwölf Grillkohlebehälter sowie große Müllcontainer bereitstehen. „Viele Leute werfen ihren Müll tagsüber weg. Doch nachts fühlen sie sich im Schutz der Dunkelheit unbeobachtet, da bleibt dann das meiste liegen“, so Johann Hintereder vom Baureferat. Wer seinen Müll vergisst, zahlt immerhin Bußgelder in Höhe von 25 Euro aufwärts – doch die Müllsünder auf frischer Tat zu ertappen, ist für die sogenannten Grillsheriffs der Stadt schier unmöglich – besonders abends.

Englischer Garten

Vor allem Bier- und Plastikflaschen bleiben im Sommer im Park liegen

Morgens um 7.10 Uhr im Englischen Garten. Aufräumer Franz Klein zieht seine erste Runde zwischen Chipspackungen, Plastikbechern und Flaschen. „Die Leute wollen nicht weit laufen“, sagt er, während er auf der Eisbachwiese mit der Zange drei Sektflaschen aufsammelt – keine 20 Meter vom Mülleimer entfernt. Er hat schon Leute ermahnt, Dinge in den Müll zu werfen. „’Ich finanziere Euch mit meinen Steuergeldern’, habe ich da gehört.“ Seit 20 Jahren räumt Klein mit drei Kollegen hier auf. Über 16 000 Euro betrugen die Müllgebühren im Jahr 2010, Tendenz weiter steigend. „Das muss schließlich alles von Hand eingesammelt werden“, ärgert sich Parkchef Thomas Köster.

Besonderer Brennpunkt: der Hofgarten. Am angrenzenden Odeonsplatz sind gleich zwei Coffeeshops. „Mit fünf großen Kaffeebechern ist ein Mülleimer voll“, so Köster. „Der meiste Müll kommt von außerhalb des Parks.“ Unglaublich: Manche liefern sogar ihren Hausmüll hier ab. Zum Teil lassen sich die Menschen die Pizza sogar an den Eisbach liefern, der Karton bleibt liegen.

C. Lewinsky, Lea Hampel

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