Tauschpflicht

Servus, geliebter grauer Lappen: Tausende Münchner müssen alten Führerschein für immer abgeben

Alte Führerscheine müssen in Scheckkarten-Exemplare umgetauscht werden. Tausende Münchner sind von der nächsten Frist betroffen.

München – Stück für Stück sollen sie verschwinden, die alten Lappen: Bis zum 19. Januar 2033 müssen alle alten Führerscheine in fälschungssichere Scheckkarten-Exemplare umgetauscht werden.

Noch bis zum 19. Januar sind die Jahrgänge 1959 bis 1964 an der Reihe. Zigtausende Münchner dürften betroffen sein. Nach der Frist sind die alten Scheine – graues oder rosa Modell oder ehemalige DDR-Führerscheine – ungültig. Kostenpunkt für den Wechsel: 25,30 Euro. Die nächste Frist ist der 19. Januar 2024 – bis dahin müssen sich dann alle, die zwischen 1965 und 1970 geboren wurden, einen neuen Lappen besorgt haben.

Führerschein: Münchner ärgert sich über zu kurze Laufzeit

Ernst Wurzenberger hat den Gang zur Führerscheinstelle bereits erledigt. „Es ging alles reibungslos, ich musste nicht lang warten.“ Er hatte noch einen grauen Lappen – den er auch aufheben wird. „Das ist mein allererster Führerschein gewesen, den hatte ich jetzt so lang. Da hängt dann doch irgendwie das Herz dran“, sagt der Münchner.

Ab 2033 nur noch Scheckkarten-Format

Bis 2033 sollen alle alten Führerscheine gegen den neuen im Scheckkarten-Format umgetauscht werden, das besagt eine EU-Richtlinie, die bereits 2006 beschlossen wurde. Der Hintergrund der Umtauschaktion: Alle Führerscheine sollen EU-weit fälschungssicher und einheitlich sein. Außerdem sollen alle Führerscheine in einer Datenbank erfasst werden, um Missbrauch zu vermeiden, heißt es vom Automobilclub ADAC. Die Befristung auf 15 Jahre soll wiederum sicherstellen, dass die Besitzer immer ein aktuelles Passfoto in ihrem Dokument haben und dadurch leichter erkennbar sind.

Ausgewechselt werden alle Führerscheine, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden. Diese werden dann durch eine auf 15 Jahre befristete EU-Karte ersetzt. Was Wurzenberger ärgert: „Nur 15 Jahre gültig, dann muss man wieder zur Führerscheinstelle – und knapp 30 Euro dafür zahlen!“ Für die Kosten hat der Münchner kein Verständnis. „Immerhin muss ich eine neue Karte von meiner Bank oder von der Krankenversicherung auch nicht selbst zahlen.“

Dieser Lappen muss weg: Ernst Wurzenberger hat den Führerschein umgetauscht.

Alte Führerscheine werden ungültig: Verwarnungsgeld droht

Notwendig für den Wechsel ist ein Antragsformular, das ausgefüllt an die Führerscheinstelle an der Garmischer Straße oder online eingereicht wird. Mit einer Bearbeitungsnummer kann man dann einsehen, ob der neue Schein fertig ist. Dieser ist mit Termin in der Führerscheinstelle abzuholen oder man lässt ihn sich nach Hause schicken.

Übrigens: Verstreicht die Frist, wird der alte Schein ungültig. Man verliert dadurch nicht die Erlaubnis, Auto zu fahren. Allerdings ist es Pflicht, einen gültigen Führerschein zu haben. Das heißt, bei einer Kontrolle kann laut ADAC ein Verwarnungsgeld in Höhe von zehn Euro fällig werden.

Unser München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Isar-Metropole. Melden Sie sich hier an.

Rubriklistenbild: © Markus Götzfried

Auch interessant

Kommentare