Stadtrat gibt Grünes Licht - ohne Debatte

Für 200 Millionen Euro: Stadtmuseum wird saniert

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So soll das Stadtmuseum nach dem Umbau aussehen.

Das Münchner Stadtmuseum wird umgebaut, die Sanierung soll 200 Millionen Euro kosten. Obwohl der Stadtrat das Thema ins Plenum vertagt hatte, wurde das Projekt am Mittwoch wortlos durchgewunken. 

Stadtrat Jörg Hoffmann von der FDP schickt sich an, mit seinem Zitate-Schatz dem Ex-Kämmerer Ernst Wolowicz (SPD) den Rang abzulaufen. Der Finanzjongleur hat seine Reden stets mit lateinischen Sprachwitzen gewürzt. Oder mit Songtexten der Rolling Stones. Hoffmann bediente sich eines der Gesetze des britischen Soziologen C. Northcote Parkinson, um über die Sanierung des Münchner Stadtmuseums zu sprechen.

In dessen Lehren heißt es: „Die auf einen Tagesordnungspunkt verwendete Zeit ist umgekehrt proportional zu den jeweiligen Kosten.“ Das trifft wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge, denn ohne weitere Debatte wurde gestern die 200 Millionen Euro teure Sanierung des Stadtmuseums beschlossen.

Das 1888 eröffnete Museum wird mit Einzug und Auszug rund acht Jahre geschlossen bleiben. Frühester Baubeginn soll Ende 2022 sein, sofern bis dahin Interimsräume in der Nähe des Arri-Kinos bezogen werden können (wir berichteten). Das Museum beherbergt eine Sammlung von rund drei Millionen Kunst- und Kulturgütern, bis zu 15 Wechselausstellungen werden jährlich gezeigt. Rund 170 000 Menschen besuchen pro Jahr das größte kommunale Museum Deutschlands.

Der Umbau sieht einen neuen Haupteingang direkt gegenüber dem Rindermarkt sowie ein überdachtes Atrium mit eingestelltem „Kubus“ vor. Die Ausstellungsbereiche werden neu gestaltet, außerdem sind zusätzliche Veranstaltungs- und Vermittlungsbereiche vorgesehen. Neben der Sanierung ist ein neues museales Konzept geplant. 

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