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Für die Kinder dieser Welt

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tz-Reporterin Simone Herzner mit äthiopischen Kindern - die Spenden der tz-Leser bereiten den Buben und Mädchen den Weg in eine bessere Zukunft.
tz-Reporterin Simone Herzner mit äthiopischen Kindern - die Spenden der tz-Leser bereiten den Buben und Mädchen den Weg in eine bessere Zukunft. © Westermann

Heute endet die tägliche Berichterstattung über die Schicksale äthiopischer Kinder. Und ich möchte diese letzte Gelegenheit dazu nutzen, mich als tz-Unicef-Reporterin direkt an Sie zu wenden, an unsere Leser und Spender.

Mich haben während der Aktion viele Anrufe und E-Mails erreicht von Menschen, denen die Schicksale der äthiopischen Kinder sehr zu Herzen gegangen sind. Viele Spenden sind eingegangen, die den Buben und Mädchen helfen werden. Geld, das nicht selten das Leben eines Kindes retten wird.

Ich habe mit Münchnern gesprochen, die sich entsetzt von der Ungerechtigkeit der Welt am liebsten sofort ins Flugzeug gesetzt hätten, um bei der Entwicklungshilfe mit anzupacken. Rüstige Rentner wie Herr Winkelmeier, der seine Dienste als Maurer anbietet. Oder Frau Wieser, die Waisen dauerhaft mit einer monatlichen Spende unterstützen möchte. Oder die Kinder von der Grundschule an der Blutenburgstraße, deren Sparschwein schon ganz schwer und voll ist. Sie wollen mit dem Geld einen Brunnen bauen, damit die Kinder in Äthiopien kein verseuchtes Wasser mehr trinken müssen.

Ganz zu schweigen von den tausenden tz-Lesern, die ohne große Worte zu verlieren gehandelt haben und einen Betrag auf eines unserer Unicef-Konten überwiesen haben. Vielen Dank Ihnen allen für Ihre Hilfsbereitschaft und Ihr Mitgefühl. Die tz-Weihnachtsaktion 2008 war unsere 20. Spendenaktion für Unicef – ohne Sie hätten wir dieses Jubiläum nicht feiern können. Ohne Sie wäre die Welt um insgesamt über sechs Millionen Euro Spenden ärmer.

Die meisten Reaktionen auf die tz-Berichte über die Kinderschicksale waren wie gesagt positiv. Vereinzelt gab es aber auch gehässige Kommentare: „Die in Afrika sollen sich selber helfen! Uns hilft doch auch keiner!“ – „Da hilft nur Druck! Wenn keine Hilfsmittel mehr kommen, kapieren’s die da unten!“ – „Zur Weihnachtszeit wird nur der klingenden Münze nachgejagt …“

Nein, liebe Verfasser solcher Kommentare. Unsere eigenen Probleme sind nicht weniger wichtig. Aber Deutschland ist Gott sei Dank ein Land, das sich ganz gut selber helfen kann. Haben wir nicht großes Glück, hier geboren worden zu sein, und nicht in Äthiopien? Sicher haben Sie Recht, wenn Sie sagen: „Auch bei uns gibt es Probleme.“ Aber verglichen mit der Not der Kinder in Äthiopien geht es uns Deutschen immer noch gut. Bei uns verhungern und verdursten nicht tausendfach Kinder. Bei uns sterben keine Babys an Masern oder Durchfall. Und wenn keine Entwicklungshilfe mehr käme, müssten noch mehr Kinder sterben. Es geht nicht um die klingende Münze zur Weihnachtszeit – es geht um eine moralische Verantwortung gegenüber den Menschen, die nicht so viel Glück hatten wie wir. Menschen, die glücklos zur falschen Zeit am falschen Ort geboren wurden.

tz-Reporter in Äthiopien

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Reisen bildet, so heißt es. Und es ist wahr. Auf jeder Reise in ein fremdes Land, lernen wir etwas über die Menschen dort. Über Geografie, Kultur und Sprache. Als tz-Reporterin kehre ich darum jedes Jahr ein bisserl schlauer von unserer Unicef-Reise in ein Entwicklungsland zurück. Diese Reisen sind Intensivkurse in Sachen Herzensbildung.

Ihnen, den Verfassern herzloser Kommentare, möchte ich darum eine Reise in ein Land der sogenannten Dritten Welt ans Herz legen. Ich wünsche Ihnen die Erfahrungen, die auch ich gemacht habe: Mit eigenen Augen zu sehen, wie eine Mutter um ihr vor Hunger sterbendes Kind weint. Das Schreien eines Kindes in Not mitanhören zu müssen. Den Stich im Herzen zu spüren, angesichts all des Leids. Und die Hoffnung und den Lebensmut in den Augen von Kindern zu erkennen, die sich tapfer in einer so kinderfeindlichen Umwelt behaupten.

Ich bin mir sicher, dann wird Ihr Herz verstehen, was der Kopf eigentlich wissen müsste: Dass alle Kinder auf der Welt ein Recht auf Leben, Gesundheit und Bildung haben. Es ist die gleiche Sonne, die über unser aller Köpfe scheint. Es ist eine Welt – und alle Kinder haben die gleiche Chance verdient. So lange es uns besser geht, als den Kindern in Afrika, können und sollten wir ihnen diese Chance geben.

Die Berichterstattung über die Schicksale äthiopischer Kinder endet heute. Die Spendenkonten sind aber weiterhin geöffnet:

Stadtsparkasse München: Kto: 263 525, BLZ: 701 500 00

Dresdner Bank: Kto: 326 900 000, BLZ: 700 800 00

Quelle: tz

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