Bewohner setzen Minderung durch

Bewohner zahlen 20 Prozent weniger Miete - so haben sie sich durchgesetzt

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Kämpferisch stehen einige Mieter der Bundeswehrsiedlung vor ihrem Zuhause (6. von rechts ist Robert Traxler).

Kein Warmwasser für über eine Woche. Das lassen sich die Bewohner einer Wohnsiedlung in Fürstenfeldbruck nicht gefallen und fordern gemeinsam eine Mietminderung.

Das wollten sich Robert Traxler und seine Nachbarn nicht gefallen lassen. Acht Tage hatten die 24 Mietparteien in der alten Bundeswehrsiedlung an der Kronprinz-Rupprecht-Straße in Fürstenfeldbruck kein Warmwasser. „Ich habe mich wie im Mittelalter gefühlt“, sagt Robert Traxler, der als Hausmann die drei Kinder der Familie versorgt, während seine Frau Michaela als Einzelhandelskauffrau für das Einkommen sorgt. 

Fürstenfeldbruck: Warmwasserausfall beeinträchtigt Lebensqualität 

„Waschwasser in der Küche warmmachen, eiskalt duschen und noch dazu immer vertröstet werden vom Hausmeisterservice.“ Seine Kinder sind 16, 14 und elf Jahre alt, die konnten das besser wegstecken als die Kleinkinder, die eine Nachbarin als Tagesmutter betreut. „Außerdem leben bei uns hier auch sehr viele alte Leute.“ Betroffen vom Ausfall waren vier Häuser mit jeweils vier Mietparteien. 

Mieter fordern gemeinsam Mietminderung 

Die reagierten richtig und schlossen sich zusammen, schrieben an den Vermieter, die Dawonia. „Wir haben alle Mietminderung gefordert und gleich Druck gemacht, gemeinsam sind wir stärker“, so Traxler. Stimmt, wie auch Mieterschützerin Anja Franz vom Mieterverein München bestätigt. Sie rät Betroffenen grundsätzlich, sich zusammenzuschließen, um die Rechte durchzusetzen. Erstens lässt sich dann der Vermieter eher auf Verhandlungen ein, und zweitens repariert er auch den Mangel schneller, wenn es ihm ans Geld geht. Das hat bei den Traxlers und ihren Nachbarn auch geklappt. 

Um 20 Prozent dürfen sie wegen des Mangels ihre Monatsmiete für September mindern, erklärte die Dawonia-Pressestelle. „Unser Protest hat sich also voll gelohnt“, freuen sich die Bewohner.

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Hätten Sie das gewusst? Auch erheblicher Baulärm berechtigt zur Mietminderung. Die Frage, ob Kinderlärm ein Grund zur Minderung der Miete ist, beantwortet ein Urteil des Landgerichts Berlin. 

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