Polizei hat Auto-Mörder von Lorenzo (17) gefilmt

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Die dunkle Gasse neben der Kinder-Akademie.

München/Fulda - Die Polizei ermittelt immer mehr Details zum Mord an dem 17-jährigen Münchner in Fulda, sie kann Täter und Fluchtauto jetzt genauer beschreiben, eine Überwachungskamera hat Bilder geschossen

Die ganz heiße Spur hat sich aber nicht ergeben. Am Freitag gegen 19.45 Uhr war Lorenzo M. (17) aus Neuaubing mit sechs Schüssen hingerichtet worden, als er mit einem Freund einen VW Bus für 14 800 Euro kaufen wollte (tz berichtete). Der Kumpel (19) entkam unverletzt.

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Der Zeuge konnte seine Beschreibung des Mörders präzisieren: Es handle sich um einen Deutschen, der etwa 1,86 Meter groß und schlank sei, dunkelblonde, kurze Haare habe und etwa 40 Jahre alt sei. Dieser Mann soll am Freitagabend die beiden Burschen auf den Parkplatz eines Kinderhauses gelockt haben, um ihnen den Kaufpreis zu rauben. Dann eröffnete er das Feuer auf den 17-Jährigen. Am Montag erstellte das Landeskriminalamt mit einer Spezialkamera ein dreidimensionales Bild des Tatorts.

Bilder vom Tatort

Münchner (17) bei Autokauf in Fulda erschossen

Der Mord war wohl lange geplant. „Der Täter hat alles getan, um seine Spuren zu verwischen“, sagte Kommissar Martin Schäfer der tz. Er habe die Internet-Adresse verschleiert, unter der er das Auto in einem Verkaufsportal anbot. Auch sein Handy führe nicht zu einem registrierten Inhaber, der Anschluss sei zumindest seit der Tat tot. Allerdings füge die 20-köpfige Soko alle vorhandenen Spuren zusammen.

Mit so einem 5er-BMW-Diesel flüchtete der Mörder nach den tödlichen Schüssen auf die Münchner.

So gibt es auch zum Fluchtauto es eine genauere Beschreibung: Die Polizei sucht jetzt einen vier bis sechs Jahre alten, schwarzen 5er-BMW-Kombi, Leder-Ausstattung, Alufelgen, Dachreling, eventuell Anhängerkupplung, Automatik-Getriebe und 165 000 Kilometer auf dem Tacho. Der Zeuge ist sich nun sicher, dass der BMW mit dem Konstanzer Kennzeichen KN unterwegs war.

Die Polizei stuft die Beobachtungen des Freundes aus mehreren Gründen als zuverlässig ein: Als Auto-Freak bringe er Interesse für Technik-Details mit, die Burschen seien im Auftrag des familiären Gebrauchtwagenhandels unterwegs gewesen. Auch hätten die beiden im Wagen gesessen, als der Mörder sie zum vermeintlichen Abstellplatz des Busses fuhr. Außerdem passten die Angaben zu weiteren Spuren.

Da sind zum Beispiel die Bilder einer Überwachungskamera am Bahnhofsplatz in Fulda: Am Donnerstagabend hätten Lorenzo und der Anbieter den Treffpunkt noch für Freitag um 18.15 Uhr an der Station ausgemacht. Der Killer holte sein Opfer am Bahnsteig ab! Anschließend wurden alle gefilmt, wie sie über den Bahnhofsplatz spazieren, weil den die Polizei mit einem Videomast überwacht. Die Ermittler prüften und bearbeiteten die Bilder am Montag noch. Die Veröffentlichung sei Sache der Staatsanwaltschaft Fulda. Diese konnte sich auf Anfrage der tz dazu nicht äußern.

tz

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