So funktioniert der miese Trick der Konto-Betrüger

München - Innerhalb von nur neun Monaten haben zwei Männer (43 und 46 Jahre) und eine Frau (43) aus Polen mit Konto-Betrügereien einen Schaden von mehreren 100 000 Euro angerichtet.

Im Polizeipräsidium kam die aus fünf Beamten bestehende „Ermittlungsgruppe Konto“ diesem fatalen Trio auf die Spur. Dennoch haben die Beamten um Kriminalhauptkommissar Andrè Hergt zuweilen das Gefühl, gegen Windmühlenflügel zu kämpfen. Täglich vermelden Banken bzw. der Einzelhandel neue Fälle und die jährliche Schadensbilanz allein in München hat vermutlich längst die Millionengrenze überschritten.

Der Trick ist immer der Gleiche: Die Täter melden sich beim Einwohnermeldeamt an. Oft sind es reine Scheinadressen in anonymen Wohnblöcken oder Wohnheimen mit hoher Fluktuation. Dann erscheinen die Täter bei Banken, eröffnen Konten, beantragen EC- und Kreditkarten. Damit geht’s dann auf Shoppingtour, bis die Karte glüht: Laptops, Flachbildfernseher, Handyverträge inklusive iPhone, Kosmetik, Schmuck und sogar Autos – bevorzugt BMW und Audi. Die Betrüger zocken doppelt ab, weil die meisten Waren sofort weiterverkauft werden. In vielen Fällen wurden den Banken gefälschte Arbeitsverträge vorgelegt. Und auch die Ausweise sind oft gefälscht. So machten es auch die aus Krakau stammenden Polen, die offenbar daheim Bedürftigen für ein paar Euro die Pässe abkauften und ihre Bilder einfügten. Allein dieses Trio arbeitete mit 23 verschiedenen Identitäten und 50 heillos überzogenen Konten. Hergt: „Bei der Überprüfung der ersten sechs Konten hat sich bis jetzt bereits ein Schaden von 50 000 Euro ergeben.“ So agieren bereits seit Jahren osteuropäische Banden aus Bulgarien, Rumänien und Ungarn. Tendenz: Massiv steigend.

Dorita Plange

Rubriklistenbild: © dpa

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