Sieben Tricks – so macht Jogi sein Team für die Türken heiß

Fußballhirn Joachim Löw

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Immer auf Ballhöhe: Jogi Löw.

Der Mountain-Guide gibt den Ton an. Bei der Trainingseinheit am Montag-Morgen präsentierte Joachim Löw sein neuestes Motivations-Shirt. Weiß, mit einer steil ansteigenden Linie Richtung Gipfel auf der Brust.

Auf dem Rücken: Der Aufdruck „Mountain-Guide“, zu deutsch: Bergführer. Vier Etappen hat die deutsche Nationalmannschaft bei der EM 2008 zurückgelegt. Eine Panne in der Vorrunde, ein Husarenritt im Viertelfinale. Beim Gipfelsturm muss nun die Hürde Türkei gemeistert werden. „Das wird alles andere als eine Flachetappe“, warnt Löw vor dem Spiel am Mittwoch: „Ich kenne die türkische Mannschaft sehr sehr gut. Sie sind sehr euphorisch, technisch hervorragend und werden kämpfen bis zum Äußersten.“

Entspannung pur! Unsere EM-Helden genießen ihr freies Wochenende

Entspannung pur! Unsere EM-Helden genießen ihr freies Wochenende © 
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Am Samstag war im Nationalelfquartier Ruhe und Entspannung angesagt. Die genoss jeder Kicker unterschiedlich. Simon Rolfes lässt es sich hier am Pool gut gehen. © dpa
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In trauter Zweisamkeit unterm Sonnenschirm: Robert Enke und ein gutes Buch © dpa
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Arne Friedrich und Philipp Lahm haben den Fuß- gegen den Tischtennisball eingetauscht. © dpa
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Lahm hat den Durchblick. © dpa
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Wer gewonnen hat, drang nicht aus dem Nationalelf-Quartier. © dpa
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Piotr Trochowski will ins Schwarze treffen. © dpa
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Heiko Westermann und Marcell Jansen schieben eine ruhige Kugel. © dpa
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Oliver Neuville, Christoph Metzelder und Per Mertesacker spielen am Computer. © dpa
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Jens Lehmann genießt die Ruhe. © dpa
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Mario Gomez, Bastian Schweinsteiger und Kevin Kuranyi lümmeln auf der Couch. © dpa
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Simon Rolfes, Christoph Metzelder und Philipp Lahm (v.l.) auf dem Mountain Bike © 
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Auch Poldi strampelte mit. © dpa

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Für diese Aufgabe laufen die Planungen in Jogis Kopf. Der weltoffene Schwabe hat seit fünf Wochen nur ein Ziel: Den EM-Titel! Alles ist seitdem auf Fußball, auf den ganz großen Traum abgestimmt. Selbst vor dem Halbfinale lässt er sich noch einmal neue Tricks einfallen, ändert seine Planungen.

Fußballhirn Jogi – so macht er seine Jungs heiß

Jürgen Klinsmann war 2006 der große Motivationskünstler, Löw der Taktik-Fuchs. Inzwischen steht ihm Jogi in kaum etwas nach. Die tz erklärt vor dem Halbfinale gegen die Türkei Löws Führungsstil und enthüllt seine Motivations-Geheimnisse:

1. Visuelle Unterstützung:Ziele sollen bei Löw immer bildlich dargestellt werden. Schon bei seinem Engagement in Stuttgart (1996 – 1998) zeigte er den Spielern im Mannschaftsbus Videos mit den besten Spielzügen und Jubelszenen – das zentrale Kriterium: Die Ausschnitte müssen immer positiv sein. Der neueste Trick bei der EM 2008: Eine Collage, die seit einigen Tagen im Mannschaftshotel Il Giardino hängt. Die Überschrift: Bergtour 2008, darunter ein Gebirge mit einzelnen Etappen. Für die jeweiligen Erfolge wurden Jubelbilder von den Spielen angebracht, am Gipfel – sprich bei der Final-Etappe – ist noch Platz. Die Message: Sorgt dafür, dass wir auch zum Schluss jubeln dürfen und stürmt den Gipfel!

2. Autorität zeigen:Auch wenn es viele nicht glauben können: Aus dem lieben Jogi kann ganz schnell ein harter Hund werden. Das mussten die DFB-Kicker am Sonntag-Abend erfahren. Beim ersten richtigen Training nach dem Halbfinal-Einzug waren alle noch berauscht vom Portugal-Spiel. Da haute Löw empfindlich dazwischen. „Wir müssen wieder bei Null anfangen“, predigte er seinen Spielern: „Bescheidenheit tut Not! Die Chancen stehen gegen die Türkei bei 50:50.“ Spricht man den Bundestrainer auf die geplanten Feierlichkeiten nach der EM in Berlin an, wird er richtig ungemütlich: „Davon will ich nicht ein Wort hören!“

3. Freiräume zulassen:Bei allem Teamgeist und Zusammenhalt gibt es im Hotel Bereiche, die für die Trainer tabu sind. Genauso haben Löw & Co. eine Lounge, die allein für sie reserviert ist. Alle sollen abschalten, sich auf sich selbst konzentrieren können. Auch an der Regelung, die Frauen und Familien am Tag nach dem Spiel zur Mannschaft zu lassen, hält er deswegen strikt fest. „Ich bleibe bei meiner Philosophie. Daran kann ein schlechtes Spiel nichts ändern“, erklärt Löw.

4. Der Motivationskreis:Vor dem Spiel gegen Portugal kehrte das beliebte Klinsmann-Ritual zurück: Vor dem Anpfiff versammeln sich Spieler und Betreuer in der Kabine zu einem großen Kreis. In der Mitte hält einer der Führungsspieler eine motivierende Ansprache. Als im Viertelfinale Löw in der Kabine fehlte, trat Lehmann in die Mitte und machte die Mitspieler richtig heiß: „Männer, wir packen das! Wir kämpfen für unseren Trainer!“

5. Verstärkte Einzelgespräche:Am Tag vor dem Halbfinale will Löw noch einmal ausführlich mit seinen Jungs reden. Wieder soll die visuelle Unterstützung helfen. Jogis Grundprinzip: „Einmal einen Fehler zu sehen bringt mehr, als ihn zehnmal anzusprechen.“ Deswegen arbeitet der Bundestrainer mit DVDs, die jeden DFB-Kicker individuell auf die Partie vorbereiten. Damit dauern die Gespräche meist nur wenige Minuten.

6. Intensive Gegner-Schulung:Damit ja keiner die Türkei unterschätzt, wurde die Sitzung mit Informationen über den Gegner um einen Tag auf Montag vorverlegt. „Wir wollen die Mannschaft informieren, wo die einzelnen Spieler ihre Stärken und Schwächen haben“, sagt Löw. Eine weitere Hilfe: Ein kleines, 14 bis 16 Seiten starkes Heft mit Details über den Gegner, das an die Spieler ausgeteilt wurde.

7. Jogi, der Motivator:Vor dem Spiel gegen die Türkei bekommt er Unterstützung von seinem Mentor. Die tz erfuhr: Jürgen Klinsmann will Löw vor dem Halbfinale anrufen, ihm nochmals viel Glück wünschen. Auch alle Spieler und Betreuer bekommen Klinsis Glücks-SMS – sozusagen als finalen Motivationsschub.

Deutschland gewinnt gegen Portugal: Die Bilder

Deutschland gewinnt gegen Portugal: Die Bilder © 
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Vor dem Spiel, die Spannung ist groß: portugiesische Fans auf dem Fan-Fest in Hamburg. © dpa
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Zwei deutsche weibliche Fußballfans posen vor der Kölnarena in Köln beim Public Viewing. © dpa
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Bastian Schweinsteiger in der deutschen Elf: Er hat etwas gutzumachen. © dpa
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Handeschütteln im Stadion: DFB-Präsident Theo Zwanziger und Innenminister Wolfgang Schäuble (r.). © dpa
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Wie groß wird der Verlust von Jogi Löw auf der Trainerbank sein? Teammanager Oliver Bierhoff (r.) und Trainer-Assistent Hansi Flick. © dpa
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Schlau an den Fotografen vorbei: Portugals Trainer Luiz Felipe Scolari. © dpa
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Deco fällt über Thomas Hitzlsperger. © dpa
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Ein hübsch dekorierter Deutschland-Fan im St. Jakobs Park in Basel. © dpa
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Die deutschen Sängerknaben bei der Nationalhymne. © dpa
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Das Deutsche Meer. © dpa
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Deco gegen Ballack. © dpa
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Deco gegen Schweinsteiger. © dpa
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Grün ist die Farbe der Hoffnung: Deutschlands Torwart Jens Lehmann. © dpa
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Cristiano Ronaldo. © dpa
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Lukas Podolski spielt einen Pass auf Michael Ballack (r.). © dpa
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Portugals Pepe läuft Miroslav Klose (r.) hinterher. © dpa
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Torschützen Eins und Zwei: Klose und Schweinsteiger. © dpa
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Christoph Metzelder (l.) am Boden nach einer Aktion von Petit. © dpa
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Schweinis 1:0 für Deutschland. © dpa
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Schweinsteiger lässt sich nach seinem ersten EM-Tor feiern. © dpa
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Lukas Podolski macht einen auf nett und vertraut beim Schiedsrichter. © dpa
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Weil's so schön war: Noch einmal das Tor zum 1:0 von Bastian Schweinsteiger. © dpa
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Freude mit und über Schweinsteiger. © dpa
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Klose schießt das 2:0. Ronaldo (r.) staunt. © dpa
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Freude bei Klose über sein erstes EM-Tor. © dpa
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Adler-Pose bei Klose. © dpa
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Mal so richtig das Tier rauslassen! © dpa
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Torfreude vor den Bundespresseamt in Berlin. © dpa
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Der Portugiese Nuno Gomes trifft noch in der ersten Halbzeit ins Tor zum 2:1. © dpa
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Der deutsche Abwehrspieler Per Mertesacker (l.) und der protugiesische Stürmer Cristiano Ronaldo. © dpa
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Hansi und Poldi. © dpa
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Pepe (l.) und Philipp Lahm schenken einander nichts. © dpa
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Münchner Fans am Chinesischen Turm. © dpa
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Torwart Jens Lehmann (l.) und Christoph Metzelder versuchen vergebens, das Tor zum 1:2 aus portugiesischer Sicht zu verhindern. © dpa
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Portugals Bosingwa (vorn) kämpft mit Michael Ballack um den Ball. © dpa
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Am Boden vor dem Tore: Christoph Metzelder (l.) und Keeper Jens Lehmann nach dem Gegentor zum 1:2 aus der Sicht von Portugal. © dpa
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Der Cristiano Ronaldo hat Schmerzen am Fuß nach einem Foul von Arne Friedrich. Letzterer erhielt dafür Gelb. © dpa
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Ballack feiert sein Tor zum 3:1. © dpa
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Freude an der deutschen Bank nach dem 3:1 für Deutschland. © dpa
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Michael Ballack köpft ins Tor an Portugals Torwart Ricardo vorbei – 3:1 für Deutschland. © dpa
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Der Respekt der Portugiesen vor den Deutschen lag das gesamte Spiel über in der Luft. © dpa
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Cristiano Ronaldo und sein leistungsstarker Manndecker Arne Friedrich. © dpa
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Freud und Leid: Klose, Ballack und Deco (v.r.n.l.). © dpa
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Der deutsche Torwart Jens Lehmann brauchte eine ärztliche Versorgung. © dpa
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Es lief nicht sonderlich glatt für Ronaldo und sein Team. © dpa
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Lag's am Regen? Der portugiesische Trainer Luiz Felipe Scolari. © dpa
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Postiga aus Portugal schießt das 2:3 aus der Sicht von Portugal. Bei diesem Spielstand sollte es bleiben. © dpa
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Deutsche Freude: Thomas Hitzlsperger, Arne Friedrich und Michael Ballack (v.r.n.l.). © dpa
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Michael Ballack und Simon Rolfes freuen sich auf das Halbfinale. © dpa
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Ballack (oben) und Lahm (unten) in Freude über ihren Sieg. © dpa
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Poldi feiert. Es lief besser, als seine lädierte Wade vermuten ließ. © dpa

Quelle: tz

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