Aktion der Urbanauten

Fußgängerzone an der Isar

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So ungefähr wird's aussehen: Ein Foto vom Isarinselfest

München - Ein „Isar-Boulevard“ an der Reichenbachbrücke: Zwei Wochenenden lang gehört die Wittelsbacherstraße den Fußgängern. Die Aktion der Urbanauten beginnt nun doch schon an diesem Freitag und nicht erst in zwei Wochen.

An einem Werktag brausen fast 40 000 Autos über die Wittelsbacherstraße, am Wochendende sind es 10 000 täglich. Normalerweise. An diesem und am nächsten Wochenende ist gar nichts normal. Dann sperren die Urbanauten mit der Pfarrei St. Maximilian und Studenten der Kunstakademie einen Teil der Straße für ihr Projekt „Notre Dame sur l’Isar“.

Urbanaut und Pfarrer: Benjamin David (rechts) und Pfarrer Rainer Maria Schießler.

Nachdem der örtliche Bezirksausschuss gerne genauer informiert worden wäre, hatten die Urbanauten jüngst noch in Aussicht gestellt, die Aktion um zwei Wochen zu verschieben. „Wir haben es wirklich versucht“, sagt Urbanaut Benjamin David. „Aber wir haben es nicht hingekriegt.“ Ein Drittel der Kunstwerke von Studenten, die in und um die Kirche ausgestellt werden, wären bei einer Verschiebung weggefallen, „weil die Studenten dann nicht da sind“. Auch mit den Genehmigungen befürchteten die Urbanauten Probleme. Los geht es also schon am Freitag - das KVR hat die endgültige Genehmigung erst in dieser Woche erteilt, obwohl der Bezirksausschuss (BA) sich lieber erst noch eine Meinung gebildet hätte. „Das KVR hat ohne die Bevölkerung entschieden“, sagt BA-Chef Alexander Miklosy (Rosa Liste ).

Von Freitag, 20 Uhr, bis Sonntag, 20 Uhr, wird an den Wochenenden vom 14. bis 16. sowie vom 21. bis 23. Juni die Wittelsbacherstraße von der Deutingerstraße südlich der Kirche bis zur Reichenbachbrücke im Norden für den Autoverkehr gesperrt. Kenntlich gemacht wird diese Umwidmung durch von den Kunststudenten und den Urbanauten angebrachte überdimensionale Zebrastreifen, von den Gebäudewänden bis zur Isar. Das Kunstprojekt umfasst unter dem Namen „Öffnungszeiten“ auch mehrere vor und in der Kirche ausgestellte Werke.

Am Freitagabend sind zunächst die Anwohner eingeladen, den „Isar-Boulevard“ zu erobern. Am ersten Samstag von 17 Uhr bis 20 Uhr soll laut Urbanauten „ganz München sich sein Plätzchen für ein Picknick suchen“, während die Urbanauten mit Studenten der Kunstakademie noch letzte Zebrastreifen anbringen. Um 18.30 Uhr findet im Rahmen des Picknicks die offizielle Vernissage statt. Am Freitag, 21. Juni, wird ab 20 Uhr auf der Grünfläche nördlich der Kirche eine Finisage mit Künstlergesprächen gefeiert.

Spannend wird es sein, zu sehen, wie sehr die Münchner das Projekt annehmen. „Es ist alles ein großes Experiment“, sagt David. Mit Wut bei Anwohnern und Autofahrern rechnet er nicht. „Die Anwohner haben das erste Mal seit Jahrzehnten keinen Verkehrslärm vor dem Fenster“, sagt er. Autofahrer sollen umgeleitet werden. Anwohner dürfen wie gewohnt bis zu ihren Häusern fahren - dasselbe gilt für die MVG, die sogar eine eigene Bushaltestelle für die beiden Wochenende einrichtet.

Felix Müller

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