Handwerkskammer ist gegen Erweiterung

Fußgängerzone in Sendlinger Straße bleibt sensibles Thema

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Fußgängerzone Sendlinger Straße: SPD, CSU und Grüne sind dafür.

München - Neuer Gegenwind für die von der Stadt geplante Verlängerung der Fußgängerzone in der Sendlinger Straße! Ab 20. März 2016 soll diese zunächst für ein Jahr als Modellversuch komplett für Autos und Radler gesperrt werden.

Die Anwohner wehren sich vehement gegen die Pläne. Nun schaltet sich auch der Handwerkskammerpräsident für München und Oberbayern, Georg Schlagbauer, ein. Er ist auch Stadtrat der CSU.

Im Namen der Kammer kritisiert Schlagbauer die Sperrungspläne heftig: „Damit befeuert die Stadt ohne Not den ohnehin herrschenden Gentrifizierungsprozess im Hackenviertel.“ Die dort angesiedelten, weit über 100 Handwerksbetriebe würden dadurch mit deutlich steigenden Mieten konfrontiert. „Diese Mieten können sie auf Dauer nicht erwirtschaften“, betont Georg Schlagbauer.

Die Betriebe hätten dann nicht nur mit dem eingeschränkten Lieferverkehr zu kämpfen, sondern es fielen auch gut 90 Parkplätze weg, die von den Handwerkern und Geschäftsleuten im Hackenviertel dringend benötigt werden.

Hinzu kommt: Durch den geplanten Abriss des Hirmer-Parkhauses am Färbergraben mit seinen 546 Parkplätzen wird das Parkproblem noch stärker angeheizt. Das Hirmer-Parkhaus soll einem Geschäfts- und Wohnhaus weichen, in dessen Tiefgarage dann nur noch 196 Autos Platz finden.

Schlagbauer blickt schon mal in die Zukunft: „Speziell durch den Wegfall der Parkmöglichkeiten wird das Hackenviertel von Kunden und Lieferanten abgeschnitten. Für viele alteingesessene Handwerksbetriebe wird sich dann die Frage stellen, ob sie ihren Firmensitz an den Stadtrand verlagern oder schließen müssen.“

Schlagbauer schert dabei als Handwerkschef aus der Linie seiner Fraktionskollegen im Stadtrat aus. Schwarz-Grün hat sich im Kooperationsvertrag auf die Verlängerung der Fußgängerzone in der Sendlinger Straße festgelegt.

Die Anwohner haben bereits 150 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt, die sie dem Bezirksausschuss in seiner vergangenen Sitzung präsentierten. Der Vize-Fraktionschef der CSU, Michael Kuffer, meint, dass man für die Anwohner Ersatzparkplätze in der schaffen müsse. Da es viele Praxen in der Straße gebe, sollen Autos mit Behindertenausweis keine Strafzettel bekommen. SPD-Bezirksausschussmitglied Jürgen Peter Pinck erklärte den Anwohnern laut Münchner Merkur: „Die Belange der gesamten Öffentlichkeit sind hier höher zu bewerten, als jene der direkt Betroffenen.“ 

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