34.000 bei Protest in München

G7: Ruhige Nacht nach Demo - aber Zwischenfall am Hbf

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Tausende G7-Gegner demonstrieren in München. Die Polizei spricht von 34 000 Teilnehmern. Der Protestzug startete am Stachus.

München - Der G7-Gipfel 2015 in Schloss Elmau steht kurz bevor: In München haben sich am Donnerstag Zehntausende versammelt.

Update, 5. Juni, 6 Uhr:

München hat am Donnerstag friedlich gegen den G7-Gipfel demonstriert. Auch in der Nacht auf Freitag ist es in der bayerischen Landeshauptstadt ruhig geblieben, es gab keine nennenswerten Vorfälle.

Weder in München noch rund um den Austragungsort Schloss Elmau habe es besondere Vorkommnisse im Zusammenhang mit den G7-Protestaktionen gegeben, teilte die Polizei am frühen Freitagmorgen mit.

So lief die Demo gegen den G7-Gipfel

Bunt statt schwarz! Mit 34.000 friedlichen Demonstranten aller Generationen erlebte München am Donnerstag eine riesige friedliche Demo. Die gefürchteten Krawalle blieben aus. Kein schwarzer Block, keine Provokationen. Stattdessen eine bürgerliche Demonstration, die einfach nur Spaß machte. Polizeisprecher Wolfgang Wenger machte den Bürgern und Demo-Veranstaltern ein großes Kompliment: „Ein dickes Dankeschön für dieses große, bunte Straßenfest und die klare Distanzierung von Gewalt. So geht’s auch!“

Nur eine kleine Gruppe von G7-Gegnern sorgte am Hauptbahnhof für einen Polizeieinsatz, als sie die Lochblech-Verkleidung auf der Empore erklommen und ein Plakat mit der Aufschrift „G7-Gipfel blockieren!“ entrollten.

In München ist die Polizei mit dem bisherigen Verlauf der Proteste gegen den G7-Gipfel 2015 "sehr zufrieden". Die Demo sei die größte seit 1992 - damals bildeten 400.000 Menschen eine Lichterkette gegen Rechtsextremismus. Am Donnerstag lief Musik bei der Protestparty am Odeonsplatz und die G7-Gegner jagen Laola-Wellen durch die Menge. Unseren Live-Ticker zur G7-Gipfel-Demo in München finden Sie hier.

Das Motto der Demoveranstaltung vor dem G7-Gipfel 2015 auf Schloss Elmau war "TTIP stoppen - Klima retten - Armut bekämpfen". Die G7-Gipfel-Demo, die um 14 Uhr begonnen hat, reichte vom Stachus über den Marienplatz bis zum Odeonsplatz. Gegen Mittag hatten sich bereits ein paar Teilnehmer der Demo gegen den G7-Gipfel eingefunden, bauten Schilder und Transparente auf.

Es sind die Sorgen der Welt, die die Bürger, Friedens- und Ökoaktivisten auf die Straßen trieb. TTIP und die Gentechnik, eiskalter Kapitalismus auf dem Rücken der Ärmsten, der Umgang mit den Flüchtlingen, Bienensterben, Naturschutz, Agrarfabriken und Kriegsgefahren. Quer durch alle Generationen, vom Kleinkind bis zum Greis waren am Donnerstag auf dem Zug vom Stachus zum Odeonsplatz vertreten.

Der Demozug gegen das Treffen der sieben großen Industrienationen war so lang, dass die Spitze bereits am Isartor und das Ende noch nicht mal am Sendlinger Tor war. Gut bewacht von starken Polizeieinheiten, die sich für alle Fälle in den Nebenstraßen postiert hatten, um neuralgische Punkte zu schützen (Banken, Staatskanzlei, Viktualienmarkt etc.). Sie mussten aber zu keinem Zeitpunkt eingreifen.

Demo zum G7-Gipfel: Ich protestiere, weil ...

Gabriele Schimmer-Göresz aus Osterberg (Bundesvorsitzende der ÖDP): "Ich möchte mit tausenden verantwortlich denkender Menschen ein Zeichen setzen. Wir können die Politik der G7 nicht gut heißen. Der Aufwand für den Gipfel ist völlig überzogen und für die größten Probleme der Weltgemeinschaft wird er keine Lösung bieten. Die Politik der G7-Staaten ebnet den Weg von einer neoliberalen zu einer neofeudalen Wirtschaftspolitik. Aufrüstung und Krieg, Ausgrenzung, Ausbeutung, Armut und Hunger, Umweltzerstörung und Abschottung gegenüber Flüchtenden gehen damit einher. Widerstand wird hier zur Pflicht. Fairhandel statt Freihandel!" © privat
Martin Glöckner aus München: "Ich demonstriere gemeinsam mit anderen Akteuren von Green City vor allem gegen die Politik von Angela Merkel, weil sie als selbsternannte "Klimakanzlerin" nichts Substantielles zum Klimaschutz beigetragen hat. Trotz großer Ziele sind die deutschen CO2-Ausstöße in den letzten Jahren gestiegen. Das muss sich ändern!" © privat
Anke Schmidt, Studentin, Passau: "In Indien wurde den Bauern vom Saatguthersteller Monsanto versprochen, dass sie viel billiger produzieren können. Alles gelogen! Ich möchte regionale Produkte, kein Monsanto." © Michael Westermann
Vivian Maria Knigge (63), Pastorin a.D. aus Flintsbach: "Wir werden entmündigt durch ein Freihandelsabkommen, das keiner möchte. Die Aktenberge zu TTIP werden von den EU-Abgeordneten doch gar nicht gelesen. Wenn TTIP wirksam wird, verklagen Konzerne Staaten auf Milliarden." © Michael Westermann
Heinz Staudacher (73), Ingenieur, Trudering: "Eine Riege von vorwiegend Männern, die sich einschließt und bestimmt, wo der Rest der Welt langzugehen hat. Das kann nicht in Ordnung sein. Das erinnert an die Kolonialzeit. Politiker müssen lernen, dass man bei Konflikten nicht immer die militärische Karte ziehen darf." © Westermann
Natascha Belger, Sozialpädagogin, Giesing: "Ich denke global, aber handle regional. Deshalb ist es mir wichtig zu wissen, was ich esse und woher es kommt. Niemand will genmanipuliertes Essen. Wenn TTIP kommt, fallen viele Kennzeichnungspflichten bei Lebensmitteln weg." © Michael Westermann
Johanna Martin (69), Rentnerin aus West-Schwabing: "Ich bin nicht für Putin, aber ich bin für Russland. Es gibt keinen Frieden mit Russland ohne Putin. Dieser sinnlose Gipfel ist ein Luxus, den wir zahlen müssen. Wir haben andere Probleme, die man mit diesem Geld lösen könnte." © Westermann
Monika Kepurra (63), Rentnerin, München: "Ich bin nicht gegen G7, sondern appelliere an die Politiker: Verhandelt öffentlich über TTIP. Lasst euch Zeit. Es entsteht der Eindruck, dass ein Gesetzeswerk erschaffen wird, das den Investorenschutz ausbaut und den Verbraucherschutz schwächt." © Michael Westermann
Christoph Söll (20), Elektriker aus Peiting: "Das Freihandelsabkommen trifft jeden, wenn das Wasser privatisiert wird. Wasser ist überlebenswichtig. Es ist eine schreckliche Vorstellung, dass wenige Konzerne alles Wasser besitzen. Das hat verheerende Folgen für Menschen in Entwicklungsländern." © Michael Westermann
Brook Mamo (60), Offizier, Ramersdorf: "Der äthiopische Ministerpräsident ist als Gast auf dem G7-Gipfel. Ein Diktator, der Journalisten inhaftiert, keine Opposition zulässt und Hunderte Menschen in politischer Gefangenschaft hat. Einen Diktator darf man nicht unterstützen, wie es die G7 tun. Wären die Menschen in Äthiopien frei, würden sie ihre Heimat nicht verlassen." © Michael Westermann
Katharina Schulze (MdL) aus München: "Die Klimakrise spitzt sich immer weiter zu. Ich möchte, dass auch noch nachfolgende Generationen gut auf dieser schönen Welt leben können. Dafür braucht es endlich konkrete Klimaschutzmaßnahmen und nicht immer nur unverbindliche Absichtserklärungen von Frau Merkel. Wir müssen beispielsweise raus aus der Kohle und hin zu 100 Prozent Erneuerbaren Energien. Dafür gehe ich am Donnerstag auf die Straße!" © Privat
Rainer Forster aus Kirchberg: "Mit Mülltrennung und meinem Einkaufsverhalten kann ich allein die Welt nicht retten. Wir brauchen mutige Entscheidungen zur weltweiten Armutsbekämpfung, für Umweltschutz und fairen Handel auf Augenhöhe. Noch bestimmt die Wirtschafts- und Finanzlobby den politischen Kurs maßgeblich - gemeinsam können wir das ändern!" © Privat
Walter Koppe aus Erding: "Gegen den G7 demonstriere ich, da die Politik der letzten Jahrzehnte gezeigt hat, dass es nicht um die Interessen der Menschen geht, sondern im Gegenteil der Konzerne. Diese Politik hat die Menschen EU-weit gegeneinander ausgespielt. Auch TTIP & Co ist im Interesse der großen Konzerne und der Profiteure; der Profit der einen wird auch hier zulasten aller anderer gehen." © Privat
Renate Schiefer aus Puchheim: "Am Pfingstmontag war ich wandern und habe die unverschämte Machtdemonstration und Naturzerstörung in der Gegend um Elmau gesehen. Was besprechen die mächtigen 7, warum brauchen sie 20.000 Polizisten und Armeen von THW, um sich abzuschotten? Warum laden sie Russland aus? Warum verteufeln sie friedliche Demonstranten? Da stimmt was nicht. Die Partei Die Linke sagt es am klarsten: Wir wollen sauberes Essen, keinen Krieg, keine Armut und keine Naturzerstörung." © Privat
Christian Oberthür aus Wasserburg: "Der G7-Gipfel ist für mich ein exklusiver Club, der fern der Öffentlichkeit und völlig intransparent über wichtige Themen wie Klima, Armut und Freihandelsabkommen wie TTIP diskutiert. Ich finde aber, dass über diese Themen offen für alle und in einem größeren Rahmen gesprochen werden. Speziell TTIP sollte aber endlich beerdigt werden. Ich bin froh, dass mit der LINKEN eine verlässliche Kraft in den Parlamenten gibt, die sich immer wieder dagegen ausspricht und die Proteste unterstützt." © Privat
Marcel Gluschak aus Berlin: "Ich bin ein Panda und finde es schlimm, dass unsere Erde immer stärker vom Klimawandel bedroht wird. Könnt ihr Menschen bitte mal voran machen mit dem Klimaschutz? Vor allem die G7-Staatschefs in Elmau könnten jetzt ein Zeichen setzen. Keine Kohle für Kohle und eine globale Energiewende - das ist die Zukunft für uns alle!" © Privat

Lediglich der Rettungsdienst versorgte einige Hitzeopfer. Am Isartor drehte die Feuerwehr einen Hydranten auf – und die Polizei verteilte die Pappbecher für eine kleine Erfrischung. Das Fest endete gegen 19 Uhr am Odeonsplatz.

Im Protest-Camp der G7-Gipfel-Gegner in Garmisch-Partenkirchen sei es bislang friedlich, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen. In Garmisch-Partenkirchen, Klais und Mittenwald wollten Gipfelgegner ab 8 Uhr Dauerkundgebungen starten. In Elmau treffen sich am Sonntag und Montag die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden westlichen Industrienationen zum G7-Gipfel. Sie werden von den Globalisierungsgegnern für die Krisen auf der Welt verantwortlich gemacht.

G7-Gipfel 2015 in Elmau: News-Ticker und die wichtigsten Fakten

Alle Infos und aktuellen Entwicklungen rund um den G7-Gipfel finden Sie hier im News-Ticker. Außerdem haben wir alle wichtigen Fragen und Antworten, die den G7-Gipfel betreffen, für Sie zusammengefasst.

dor/dop/min

Bilder: G7-Gegner gehen gegen TTIP und CETA auf die Straße

G7 Gipfel Demo München
In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
G7 Gipfel Demo München
In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
G7 Gipfel Demo München
In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
G7 Gipfel Demo München
In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
G7 Gipfel Demo München
In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
G7 Gipfel Demo München
In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
G7 Gipfel Demo München
In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
G7 Gipfel Demo München
In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
G7 Gipfel Demo München
In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
G7 Gipfel Demo München
In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
G7 Gipfel Demo München
In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
G7 Gipfel Demo München
In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
G7 Gipfel Demo München
In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
G7 Gipfel Demo München
In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
G7 Gipfel Demo München
In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
G7 Gipfel Demo München
In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
G7 Gipfel Demo München
In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
G7 Gipfel Demo München
In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
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In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
G7 Gipfel Demo München
In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
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In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
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In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
G7 Gipfel Demo München
In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
G7 Gipfel Demo München
In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
G7 Gipfel Demo München
In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag
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In München sind am Donnerstag tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau zu demonstrieren. © Klaus Haag

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