Halteverbote, Demos & Straßensperren

So rüstet sich München für den G7-Ansturm

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In der Zeit vom 4. bis 9. Juni müssen die Münchner mit zahlreichen Sperrungen und Verkehrsbehinderungen rechnen.

München - Mit dem G7-Gipfel auf Schloss Elmau kommen auf München Proteste mit über 50.000 Teilnehmern, zahlreiche temporäre Halteverbote und spontane Straßensperren zu. Die ersten Details:

Der wahrscheinlich größte Polizeieinsatz in der Geschichte der bayerischen Polizei zum G7-Gipfel in Elmau (7. und 8. Juni) mit den mächtigsten Staatschefs der Welt. rund 20.000 Polizisten und geschätzten 57.000 Demonstranten wirft auch über München seine Schatten voraus. Vizepolizeipräsident Robert Kopp und KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle bereiteten die Münchner am Dienstag darauf vor, was da auf uns zurollt:

Demos/Veranstaltungen in München:

  • 29. bis 31. Mai, Olympiapark: Rockfestival „Rockavaria“, 60.000 Teilnehmer.
  • 30. und 1. Mai, Marienplatz, Protestkundgebungen gegen den G7-Gipfel.
  • 4. Juni, Stachus und Altstadtring: Großdemo und Protestzug. Geschätzte 35.000 (!) Teilnehmer.
  • 6. Juni, Königsplatz, Musik-Festival der G7-Gegner, 17.000 Besucher.

Jederzeit müssen die Münchner mit Spontan-Demos und Polizeieinsätzen rechnen. Seit Monaten beobachtet die Polizei gewaltbereite Gruppierungen im In- und Ausland. Ziel von Randale und Anschlägen könnten unter anderem auch Niederlassungen großer Konzerne werden.

Verkehr:

  • Auf dem gesamten Mittleren Ring, dem Altstadtring und in der Umgebung der großen Hotels werden bis Mittwochabend 915 Halteverbotsschilder aufgestellt, die vom 4. bis 9. Juni gelten. Kopp: „Wir wollen, dass sich die Anwohner darauf einrichten können.“
  • Bei An-, Ab- und Rundreisen der rund 8000 Delegationsgäste, die überwiegend in Münchner Hotels absteigen, kann es öfter zu Straßensperrungen führen. Allein US-Präsident Barack Obama kommt schon mit 800 Mitarbeitern!
  • Entlang der Fahrtwege – die Routen werden aus Sicherheitsgründen nicht bekanntgegeben – wurden sämtliche Gullis verschweißt. Auch die Anwohner-Parkplätze unter der Donnersbergerbrücke werden geräumt.
  • KVR und Polizei bitten alle Münchner, nach MöglichkeitU- und S-Bahnen sowie Tram und Busse zu benutzen und das Auto stehen zu lassen – speziell für Fahrten in die Stadt.
  • Ärgernis am Rande: Trotz frühzeitiger Hinweise sah sich die Schulverwaltung außer Stande, die mündlichen Abiturprüfungen am 8. Juni zu verschieben. KVR-Chef Blume-Beyerle („Das ist mit unverständlich“) bat die Schüler der Innenstadtgymnasien, sich am Prüfungsmorgen früh auf den Weg zu machen. Und fügte augenzwinkernd hinzu: „Schlafen werden die wahrscheinlich eh nicht – vor Aufregung.“

Dorita Plange

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