Das ist der Alarmplan

G7-Gipfel: So rüstet sich München für den Ernstfall

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München - Im Juni herrscht höchste Sicherheitsstufe in und um München! Wegen des G7-Gipfels in Elmau müssen sich die Münchner auf Beeinträchtigungen gefasst machen.

Mehr als 100 Kilometer ist Schloss Elmau von München entfernt. Und trotzdem hat der Standort „weitreichende Auswirkungen auf die Sicherheitslage in München“, stellt der oberste Ordnungshüter der Stadt fest, KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle. Kommende Woche berät der Stadtrat über den Alarmplan der Feuerwehr, gleichzeitig rüstet sich die Polizei: Im Juni herrscht höchste Sicherheitsstufe!

„Frankfurt ist Frankfurt. Und München ist München“, sagt Polizei-Sprecher Wolfgang Wenger. Sprich: Das Präsidium bewertet die Lage täglich neu – und lässt nun die Erkenntnisse vom Main an der Isar einfließen. Klar ist schon jetzt: Weil viele Mächtige dieser Welt und ihre Entourage in unseren Luxushotels wohnen werden, müssen sich die Münchner auf Beeinträchtigungen gefasst machen. Genaue Einsatzpläne gibt es noch nicht.

Anders bei Feuerwehr und Katastrophenschutz: Die Branddirektion hat die Szenarien lange vor der Frankfurter Randale durchgespielt, fürchtet aber viele vergleichbare Einsätze wie die Notfallrettung von Verletzten aus Demos und Camps, Pkw-Brände sowie das Verschalen von Fenstern und Sichern von Schildern gegen Vandalismus.

Darum wird eine Führungsgruppe Katastrophenschutz mit mehreren Stäben und Einsatzleitungen eingerichtet. Vier Wachen werden inklusive Hubschrauber aufgerüstet, Technisches Hilfswerk und ABC-Schutz-Einheiten aktiviert. Normalerweise schieben rund 300 Feuerwehrleute am Tag in München Dienst: Anfang Juli sollen zusätzlich 100 Berufsfeuerwehrler, 101 Freiwillige und weitere 226 Einsatzkräfte von THW und aus dem Umland über unsere Sicherheit wachen. Zusätzliche Kosten: 1,7 Millionen Euro!

Die für die Feuerwehr zuständige Stadträtin Beatrix Zurek (SPD) sagt: „Das ist viel Geld. Ich hoffe, dass der Freistaat etwas ersetzt – und dass es am Ende nicht notwendig sein wird, weil alles friedlich bleibt.“

Polizei

Frankfurt soll sich nicht wiederholen: Die Polizei rüstet sich für einen Großeinsatz. Für die Bürger gibt es Beeinträchtigungen an Hauptstraßen und womöglich Platzsperren wie zur Siko.

Feuerwehr

Weil Anfang Juni neben G7 auch Rockavaria, Fußball-Fanmeilen und Meisterfeiern anstehen, braucht die Feuerwehr 200 Leute zusätzlich. Freiwillige Feuerwehrler rücken in Berufswachen. Dekontaminations-Einheiten werden aktiv.

THW

Das Technische Hilfswerk in München aktiviert zusätzlich zur Feuerwehr zwei Technische Züge, dazu kommen die Fachgruppen für Beleuchtung und „Räumen“. Aus dem Umland müssen zudem zwei Einheiten anderer Organisationen für die Logistik angefordert werden.

David Costanzo

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