Noch mehr Stunk bei Hotspot

Party-Lärm und Toilettenärger am Gärtnerplatz: Anwohner schildert erschreckende Details

Hinterlassenschaften des Partyvolks: Wenn der Mülleimer überfüllt ist, wird einfach draufgeladen.
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Hinterlassenschaften des Partyvolks: Wenn der Mülleimer überfüllt ist, wird einfach draufgeladen.

Partylärm ist ein Problem, noch immer fehlen mobile Toiletten am Gärtnerplatz. Nun gibt es auch noch Ärger über jene Toiletten der Stadt München. Geschäftsleute sprechen von einer Situation wie am Ballermann - und ziehen vor Gericht.

  • In München ist es in der Nacht auf Dienstag (23. Juni) zu einem größeren Polizeieinsatz gekommen.
  • Mehrere hundert Personen feierten mit lauter Musik am Gärtnerplatz und hielten die Mindestabstände nicht ein.
  • Die regelmäßigen Feiern an dem Hotspot gehen den Anwohnern an die Nerven.
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Update vom 1. Juli: Mehrere Anwohner haben sich beim jüngsten Bezirksausschuss über die Zustände rund um den Gärtnerplatz beschwert. Sie stöhnen über extreme Lärmspitzen, sehr viel Müll, mutwillig zerbrochene Flaschen und den Gestank nach Urin und Erbrochenem.

„Von Donnerstag bis Sonntag ab etwa 11 Uhr bis ins Morgengrauen steigt der Lärm- und Alkoholpegel der Feierenden stetig an. Die Musik hallt sehr laut und leider durch unsere geschlossenen Fenster“, echauffiert sich ein Familienvater im BA. „Hinzu kommt, dass viele ihre Flaschen einfach auf den Boden schmeißen, als gehöre das zum Vergnügen. Auch sonst bleibt extrem viel Müll übrig. Wir würden uns hier ein Konfliktmanagement wie AKIM wünschen.“

Dazu kann Traudl Baumgartner, Sozialarbeiterin und Konfliktmanagerin beim städtischen Allparteilichen Konfliktmanagement (AKIM), nichts versprechen. „In diesem Sommer haben wir besonders viele Partystellen auf öffentlichen Münchner Plätzen. Da können wir mit unserem kleinen Team nicht überall präsent sein.“

Auch vom nahe gelegenen Baaderplatz berichten Anwohner über eine starke Zunahme der nächtlichen Besucher. Sollte die Polizei verstärkt am Gärtnerplatz aktiv werden, dann könnte sich das auf Dialog ausgerichtete AKIM-Team stärker um die Situation am Baaderplatz kümmern. Derweil verstärkt die Polizei ihre nächtlichen Kontrollen am Baaderplatz. „Ich kann die Anwohner nur ermuntern, sich bei uns zu beschweren“, sagte der zuständige Kontaktbeamte. „Das ist zwar mühsam, führt aber zu vermehrten Einsätzen und Verwarnungen für die Feiernden.“

Update vom 30. Juni: Sein Vater hatte 1958 einst das Haus in der Corneliusstraße 12 gebaut. „Noch heute wohne ich darin – und im zweiten Stock meine Mutter“, sagt Kai Pichlmaier. Er ist heute der Besitzer, doch die aktuelle Situation am Gärtnerplatz in München stinkt ihm gewaltig. Denn direkt vor der Haustür hat die Stadt zwei mobile Toiletten aufgestellt, die erst abends geöffnet werden. Dann, wenn das Party-Volk an den beliebten Platz zieht, um zu feiern. „Wir wurden nie gefragt oder informiert. Plötzlich standen die Dinger da“, sagt Pichlmaier. „Seit Corona kommen jetzt deutlich mehr Leute. Teilweise geht der Lärm bis zwei Uhr nachts.“ 

Hausbesitzer Kai Pichlmaier (l.) ärgert sich über die Toiletten, die Feiernde nachts lange benutzen.

München-Gärtnerplatz: Partyvolk erzeugt „Situation wie am Ballermann“

Die beiden Toiletten sind für die Besucher am Gärtnerplatz wichtig – aber natürlich auch stark genutzt. „Das stinkt bis zu mir hoch“, sagt Anwohnerin Lisa (29) aus dem zweiten Stock. Sie ist genervt – so wie viele ihrer Nachbarn und die Geschäftsleute.

Sie schimpfen über eine „Situation wie am Ballermann“, die immer schlimmer werde: Neben dem Lärm quillt nachts der Müll über – und dann eben der Ärger mit den Toiletten! „Die Stadt hat die Situation nicht im Griff“, kritisiert Pichlmaier. „Ich habe einen Anwalt eingeschaltet. Wir werden klagen, weil die Gewerbe-Ausübung eingeschränkt wird.“ Im Erdgeschoss vermietet er einen Laden – die Toiletten stehen direkt davor. „Das geht nicht“, sagt Pichlmaier. „Beim Aufbau haben die Handwerker noch gescherzt: In zwei Wochen laufe hier niemand mehr entlang...“

Lachen kann auch Ulrike Ruhm (34) darüber nicht. Sie hat gegenüber ihr Geschäft Blutsgeschwister. Wie auch andere Gewerbetreibende fürchtet sie Umsatzeinbußen. „Die Toiletten müssen unbedingt woanders hin.“

Doch wohin? Laut Baureferat sind die mobilen Toiletten „auf dringende Bitte und Veranlassung des Bezirksausschusses (BA) in der Corneliusstraße 12 aufgestellt worden“, sagt Sprecherin Dagmar Rüme­napf. Mit den Anliegern sei das abgestimmt. Aber auch mit den Geschäftsleuten? Nach tz-Informationen wollten sie ihrem Ärger auf der BA-Sitzung am Dienstag am späten Abend Luft machen – damit die Situation am Gärtnerplatz sich endlich bessert.

Neue Sause nach Massen-Eskalation: Polizei richtet Appell an Party-Volk

Update vom 28. Juni: Wieder hat die Polizei Feiernde in Massen am Gärtnerplatz angetroffen. Durch erneute massive Lärmbelästigung der Anwohner, Vermüllung des Gärtnerplatzes sowie der nicht mehr einzuhaltenden Infektionsschutzvorschriften, begann die Polizei damit, kommunikativ auf die dort befindlichen Personen einzuwirken, damit sie den Platz verlassen. Das gelang auch. Danach erhöhten die Münchner Beamten ihre Präsenz in der Umgebung.

Update vom 26. Juni, 11.39 Uhr: Anfang dieser Woche musste die Polizei mit mehreren Streifen zum Gärtnerplatz ausrücken (siehe weiter unten im Text) - mehrere hundert Menschen hatten dort mitten in der Nacht eine große Party gefeiert - mit Lautsprechern und ohne die geltenden Abstandsregeln einzuhalten. 

Nur drei Tage später waren die Beamten wieder am Gärtnerplatz - gegen 1.30 Uhr mussten sie dort eine Party beenden, bei der etwa 50 Menschen mit Musik gefeiert hatten. Die Polizei weist darauf hin, „die Nachtruhe zu berücksichtigen und vor allem auf das Abspielen lauter Musik und anderen Lärm zu verzichten.“

Wer ist der Radl-Rambo, der am tödlichen Unfall an der Hochstraße beteiligt war? Noch immer gibt es keine Antwort auf diese Frage. Jetzt soll ihn eine Hightech-Aktion endlich überführen.

Eskalation am Gärtnerplatz: Hunderte pfeifen mitten in der Nacht auf jegliche Regeln - Party wohl geplant

Ursprungsmeldung vom 24. Juni 2020

München - Nach wochenlang regnerischem Wetter ist der Sommer in der Stadt angekommen. Das schöne Wetter treibt viele Menschen an die „Hotspots“ der Stadt - was wie in diesem Fall auch ausarten kann. Am Gärtnerplatz feierten in der Nacht auf Dienstag (23. Juni) mehrere hundert Personen - mit Lautsprechern und ohne Rücksicht auf die geltenden Corona-Abstandsregeln.

Wegen einer Party am Gärtnerplatz musste die Polizei mit mehreren Streifen ausrücken. (Symbolbild)

München: Riesige Party am Gärtnerplatz - Polizei rückt wegen hunderten Feierwütigen aus

Wie die Polizei berichtet, ereignete sich die „Open-Air-Party“ in der Nacht von Montag auf Dienstag (23. Juni). Gegen Mitternacht kam es dann zu einem größeren Polizeieinsatz, nachdem Anwohner und Passanten die Beamten alarmiert hatten. Vor Ort zeigte sich dann das Ausmaß der Feier: Dutzende Menschen hatten sich am Gärtnerplatz versammelt, um mit Lautsprechern gemeinsam zu feiern. Der Platz im Münchner Glockenbachviertel ist ohnehin Jahr für Jahr Auslöser von Debatten, da Nachtschwärmer nicht selten Anwohnern wegen lauter Musik und rücksichtslosem Verhalten ein Dorn im Auge sind.

München: Party am Gärtnerplatz eskaliert - Polizei mit Großaufgebot vor Ort

Normalerweise versammeln sich an den Wochenenden regelmäßig viele Menschen, um am beliebten Platz nahe der Isar bis in die Nacht zu verweilen, dieses Mal fand die Party dann unter der Woche statt. Wie die Polizei mitteilt, schallte aus Lautsprechern Musik, was darauf hindeuten könnte, dass die Sause geplant war, von mehreren hundert Personen ist die Rede. Insgesamt rückten mehr als zehn Streifen aus, um der Feier ein Ende zu setzen. Nachdem die Beamten die Party auflösten, wurde es am Gärtnerplatz wieder ruhig.

Sommer, Sonne – und Corona. Nach den Regenwochen zieht es die Münchner raus. Zu Hunderten. Zu Tausenden. Das bringt auch Probleme mit sich.

Mit einem Großaufgebot rückte die Polizei zu einer Party in München aus. Zeugen glaubten, zuvor Schüsse gehört zu haben.

Wegen herrenloser Kleidungsstücke an Münchner Badesee - Großaufgebot an Rettungskräften im Einsatz.

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