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Mitten im Gärtnerplatzviertel

Inge W. (69): Ließ sie ihren ­Mörder in die Wohnung?

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Inge W. wurde in ihrer Wohnung ermordet.

München - Am Donnerstagnachmittag entdeckten Beamte der Münchner Polizei die Leiche der 69-jährigen Inge W. in ihrer Wohnung im Glockenbachviertel. Sie wurde umgebracht.

Mord im Gärtnerplatzviertel! Die Witwe Inge W. (69) ist am Donnerstag tot in ihrer Wohnung gefunden worden – vom Täter fehlt jede Spur.

Der direkte Nachbar sah sie zum letzten Mal am Montag oder Dienstag in der Nähe ihres Wohnhauses in der Corneliusstraße 2. Er winkte ihr zu, Inge W. winkte freundlich zurück. Am Donnerstag am frühen Nachmittag waren Polizei und Feuerwehr in dem Haus. Ein Bekannter hatte sich Sorgen gemacht, weil er die alleinstehende Inge nicht mehr erreichen konnte. Die Wohnungstür im zweiten Stock wurde geöffnet – kein Problem für die Feuerwehr, die Tür war nur ins Schloss gezogen worden. In der Wohnung bestätigte sich der Verdacht. Inge W. war tot. Ein Blick genügte. Dann riefen die Beamten der Todesermittlung ihre Kollegen von der Mordkommission dazu. Denn die Verletzungen am Oberkörper der Frau konnten auf keinen Fall bei einem Sturz entstanden sein. Die Obduktion bestätigte den Verdacht. Inge W. wurde ermordet, war etwa zwei bis drei Tage tot. Ein Sexualmord scheidet aus. Sehr viel wahrscheinlicher ist ein Raubmord. Denn aus der Wohnung fehlt nach tz-Informationen Geld. 

Hier geschah der Mord

Mord mitten im Gärtnerplatzviertel

Die immer freundliche Inge W. mit den feuerroten Haaren – ihr Markenzeichen – lebte schon seit über 30 Jahren in der Zweizimmerwohnung im zweiten Stock des Mehrfamilienhauses. Früher betrieb sie in der Nähe eine Parfümerie mit Fußpflege-Salon. In den letzten Jahren ihrer Berufstätigkeit arbeitete sie bei einer Krankenkasse.

Ihre Heiterkeit entsprach nicht immer ihrem wahren Seelenzustand. Über den Tod ihres Ehemannes Karl im Juni 2011 war sie nie wirklich hinweggekommen. Ihre innere Einsamkeit bekämpfte sie mit Aktivitäten. Oft sah man die Frau mit den roten Haaren vormittags auf dem Viktualienmarkt. Einmal in der Woche hatte sie Spaß in ihrem Kegelclub. Zuletzt hatte sie einen Italienisch-Kurs belegt. Sie hatte Freunde, war gut vernetzt. In letzter Zeit – so erzählte sie es einer Nachbarin – war sie allerdings etwas beunruhigt. Sie bekam nämlich „komische Anrufe“, die sie nicht einordnen konnte. Trickdiebe oder Betrüger vielleicht? Hatte die Frau Fremde hereingelassen und beim Stehlen überrascht? Inge W. stand mit vollem Namen und Adresse im Telefonbuch. Bereits im Jahr 2011 war in ihre Wohnung eingebrochen und Goldschmuck gestohlen wurden. Darüber hatte sie sich fruchtbar aufgeregt. Das Verfahren wurde im Dezember 2011 eingestellt.

Die Spurensicherung stellte gestern die ganze Wohnung auf den Kopf. Und die Münchner Mordkommission (Tel. 089/2910-0) sucht Zeugen, die Inge W. kannten und speziell nach dem 3. Oktober noch persönlich oder telefonischen Kontakt zu ihr hatten.

Dorita Plange, Jacob Mell

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