Enkeltrick mal anders

Diese fiese Abzockmasche kannten Sie noch nicht

München - Schon wieder ist eine neue Masche aufgetaucht, mit der Betrüger abzocken wollen. Seit Donnerstag beschäftigt die Münchner Polizei ein besonders hinterhältiger Betrugsfall.

Den Trick hat es in dieser Weise in München noch nicht gegeben: Zwischen 15.30 und 19 Uhr rief eine unbekannte Frau bei einem 88-Jährigen, der im Hasenbergl wohnt, an. „Die Betrüger fragen dabei in der Regel immer wieder: ,Kennst du mich nicht mehr, rate doch mal, wer ich bin’, bis der Senior einen Namen nennt“, erklärt Michaela Vetter, Leiterin der Ermittlungsgruppe Enkeltrick. Einen der genannten Namen nehmen die Betrüger dann an und geben sich als derjenige aus. Gegenüber dem 88-Jährigen am vergangenen Donnerstag gab sich die Anruferin als Nichte aus. Sie bat um 45.000 Euro, da sie eine Eigentumswohnung kaufen wollte. Nach weiteren Gesprächen übergab der Rentner einem „Herrn Bergmann“, einem angeblichen Mitarbeiter eines Notars, den die Anruferin angekündigt hatte, mehrere Tausend Euro.

Kurze Zeit später klingelte bei dem 88-Jährigen wieder das Telefon. Eine „Frau Königsteiner“ gab sich als Kriminalbeamtin der Münchner Polizei aus. Sie erklärte, der Rentner sei Opfer eines Betrugsversuchs geworden und Beamte wollen jetzt gemeinsam mit seinen Kollegen den Täter bei der Geldübergabe festnehmen. Deshalb wies die Anruferin den Senior an, dem falschen Notar nochmal mehrere Zehntausend Euro zu übergeben. Diese Übergabe würde dann angeblich von der Polizei überwacht. Die falsche Kriminalbeamtin behauptete, dass der 88-Jährige sein Geld sofort zurückbekommen würde, wenn der Polizeieinsatz vorbei ist. Die Anruferin betonte mehrfach, der Senior müsse sich keine Sorgen machen, da Kriminalbeamte die Übergabe überwachen würden.

Der Rentner ging davon aus, dass er tatsächlich die Münchner Polizei unterstützen würde und gab einem unbekannten, etwa 35-jährigen Mann in der Nähe von seiner Wohnung mehrere Zehntausend Euro. Erst später stellte er fest, dass auch die zweite Anruferin eine Betrügerin gewesen ist. „Die Polizei würde niemals jemanden auffordern, eigenes Geld abzuheben oder zu übergeben“, betont Marianne Gottwald, Sprecherin der Münchner Polizei. „Schon wenn bei einem Anruf leichtes Bauchgrummen entsteht und man nicht sicher ist, ob gerade die echte Polizei angerufen hat, sollte man sofort die 110 wählen“, empfiehlt Michaela Vetter.

Die Enkeltrick-Expertin berichtet, dass Betrüger vergangene Woche in Würzburg bereits mit der gleichen Masche in Erscheinung getreten sind. Zudem hätten in Nordrhein-Westfalen mehrere Betrüger mit diesen falschen Polizeieinsätze Rentner abgezockt.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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