Einige Räder gestohlen

Anwohner verfolgt Radl-Diebe - und bringt sie vor Gericht

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Ronald Moiser (Name geändert) hatte die Polizei alarmiert.

Mit Kapuzen auf dem Kopf haben sich drei Männer auf Diebestour am Gymnasium in Garching gemacht. Ihr Ziel: Teure Fahrräder. Doch mit einem hatten sie nicht gerechnet: Anwohner Ronald Moiser.

Der weiße Lieferwagen war Ronald Moiser (Name geändert) im Februar gleich aufgefallen. Immer wieder liefen drei junge Männer mit Rädern dorthin – und kamen ohne wieder zurück. „Ich beobachtete das vom Küchenfenster aus und fand die Männer gleich seltsam.“ Aber der Anwohner aus Garching ließ die Sache nicht auf sich beruhen – sondern verfolgte die Täter und rief später auch die Polizei. Nur deshalb kam es gestern zum Strafprozess vor dem Amtsgericht – und der Fall lässt sich jetzt aufklären. Denn etliche Schüler des Werner-Heisenberg-Gymnasiums hatten zuvor ihre Räder vermisst. Laut Anklage wurden sie mit eben jenem Lieferwagen abtransportiert, nachdem die drei jungen Männer aus Polen sie aufgeknackt haben sollen.

Sie schweigen zu den Vorwürfen. Doch Ronald Moiser hat alles genau beobachtet und sagte gestern vor Gericht gegen sie aus: „Sie sind an meinem Fenster vorbei und zu Fuß wieder gegangen – in Richtung Garchinger Innenstadt. Alle hatten Kapuzen auf dem Kopf getragen.“ Die Räder, die er zuvor gesehen hatte, suchte Moiser danach vergeblich. „Aber der Transporter mit polnischem Kennzeichen stand noch da. Auch, als die Polizei dann angekommen war.“ Kurios: Einer der Angeklagten hatte sich zum Schlafen hingelegt – und hinten auf der Ladefläche stellten Beamte die Räder sicher. „Die Schlösser der Räder lagen in Rucksäcken“, hatte Moiser beobachtet. So ließ sich das Diebesgut schnell zuordnen.

Auch der Hausmeister der Schule sagte gestern aus: Zunächst seien drei Räder gestohlen wurden. „Eine Woche später dann nochmal sechs.“ Noch unklar ist, ob auch weitere Taten im Münchner Raum auf das Konto der Angeklagten gehen. 

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