Zwei Menschen starben bei Bootscrash

Münchner nach Gardasee-Unfall festgenommen: Exklusive Infos - so kam es zum „Treffpunkt“ an der Grenze

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Am Brenner wurde der verdächtige Münchner festgenommen (Symbolbild).

Zwei Menschen starben in der Nacht auf den 20. Juni bei einer Kollision auf dem Gardasee. Ein Mann aus München wurde nun festgenommen.

Update vom 5. Juli, 11.38 Uhr: Seit Montagmorgen befindet er sich in Gewahrsam der italienischen Justiz. Gegenüber der tz bestätigt seine Anwaltskanzlei in München, dass der 52-jährige zuvor freiwillig Kontakt zu den Behörden aufgenommen hat. „Er wollte sich zu keinem Zeitpunkt dem Verfahren entziehen.“

Demnach hatte sich der Münchner, gleich nachdem der europäische Haftbefehl von den Staatsanwaltschaft in Brescia erlassen worden war, an seine Anwaltskanzlei in der Heimat gewandt. Die Juristen haben daraufhin sofort den Kontakt zu den Kollegen und Behörden in Italien aufgenommen. Gemeinsam wurde das weitere Vorgehen koordiniert, sozusagen ein Treffpunkt formuliert.

Die Staatsanwaltschaften in München wie in Italien seien über die Vorgänge informiert gewesen. In der Nacht zu Montag ist der 52-Jährige daraufhin zur Grenze gefahren – „in Begleitung seiner Ehefrau“. Auf ihn wartete kurz nach dem Brenner dann sein italienischer Anwalt Guido Sola sowie die Polizei. (nah)

Münchner nach tödlichem Bootsunfall zurück in Italien

Ursprungsmeldung:

München/Brescia - Infolge des Bootsunfalls auf dem Gardasee, bei dem zwei Menschen tödlich verletzt worden sind, ist ein Mann aus München festgenommen worden. Das berichten zunächst italienische Medien wie Rai oder der Corriere della Sera übereinstimmend. Der 52-Jährige habe „freiwillig“ nach Italien zurückkehren wollen und sei dann in Begleitung seines Anwalts am Brennerpass angehalten worden, hieß es. Nun warte er in Brescia (Lombardei) darauf, in ein Gefängnis übergestellt zu werden.

Entsprechende Angaben bestätigte ein Sprecher seines Anwaltsbüros der deutschen Presseagentur. Demnach habe sich der 52 Jahre alte Münchner in der Nacht zu Montag (5. Juli) an der italienisch-österreichischen Grenze den Behörden gestellt. Jetzt sitze er in Brescia in Untersuchungshaft; dorthin hätten ihn die Carabinieri zuvor gefahren.

Nach tödlichem Bootsunfall auf dem Gardasee: Mann aus München festgenommen

Der Festgenommene saß am Steuer des Motorboots, das das Holzboot der Italiener Umberto Garzarella und Greta Nedrotti in der Nacht auf den 20. Juni folgenschwer gerammt hatte.

Gemeinsam mit seinem Begleiter (einem ebenfalls 52-jährigen Mann aus München) habe er an eine Kollision mit einem Stück Treibholz geglaubt, hatte der Verdächtige angegeben. Das Duo fuhr weiter, ohne sich um die Unfallopfer zu kümmern. In der Folge waren jedoch Zweifel an der Aussage der Münchner aufgekommen.

Münchner nach tödlicher Gardasee-Kollision verdächtigt - Wut über „herzlosen Brief“

Unter anderem legten Medienberichte den Schluss nahe, dass das Boot der Italiener beleuchtet gewesen war. Gerüchte um eine mögliche Alkoholisierung des Duos machten die Runde. Auch mit ihrem Verhalten in den Tagen nach dem Unfall sorgten die Münchner für Wut bei den Hinterbliebenen - von einem „herzlosen Brief“ war die Rede.

Die Staatsanwaltschaft vor Ort ermittelt nun wegen Totschlags und unterlassener Hilfeleistung. (lks)

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