Interview in italienischer Zeitung

Drama am Gardasee: Eltern der getöteten Italienerin äußern sich - „Wie eine lebenslange Haftstrafe“

Nach dem schrecklichen Unfall auf dem Gardasee haben sich jetzt die Eltern der getöteten Italienerin in einer Zeitung zu Wort gemeldet. Sie haben einen Appell.

München/Gardasee - Erstmals haben sich die Eltern der auf dem Gardasee verstorbenen jungen Italienerin Greta Nedrotti (25) zu Wort gemeldet. Gegenüber der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“ sagten Nadia und ihr Mann Raffaele Nedrotti: „Wir wollen nicht über unseren Schmerz sprechen, weil er unbeschreiblich ist.“ Und: „Wir stehen Umbertos Eltern nahe“

Verdächtige Münchner streiten ab, betrunken gewesen zu sein

Umberto Garzarella (37) war Gretas Freund. Er steuerte sein Segelboot in jener schrecklichen Samstagnacht über den Gardasee, als zwei Münchner Touristen das Boot* mit ihrem Riva-Aquarama-Motorboot rammten und das Liebespaar töteten. Gegen die Münchner wird wegen fahrlässiger Tötung und unterlassener Hilfeleistung ermittelt.

Zuletzt war in Medienberichten ein Bild aufgetaucht, dass den Finanzvorstand (52) und den kaufmännischen Angestellten (52) auf ihrem Boot beim Schampus-Trinken* zeigt. Ihr Anwalt Guido Sola bleibt bei der Aussage: „Sie waren nicht betrunken, als der Unfall passierte.“ Das Foto sei als Beleg unseriös, da niemand genau wisse, wann es aufgenommen wurde. „Auf dem Bild ist es Tag, der Unfall aber ereignete sich nachts“, so der Anwalt gegenüber unserer Zeitung.

Eltern richten Appell an mögliche Zeugen

Die beiden Familienväter, die mittlerweile wieder in München* sind, seien erschüttert ob des Vorfalls. Sie hätten nicht gemerkt, dass sie ein Boot gerammt haben.

Wie berichtet, hat einer der Männer den Alkoholtest verweigert, beim anderen war er negativ. Gretas Eltern fordern Gerechtigkeit: „Der Verlust von Greta ist für uns wie eine lebenslange Haftstrafe.“ Sie appellieren: „Wir bitten jeden, der etwas über Greta und Umberto am Abend des 19. Juni gehört oder gesehen hat oder mitbekommen hat, was in dieser Nacht in der Bucht von Salò passiert ist, dies dem zuständigen Kommandanten der Carabinieri oder der zuständigen Staatsanwältin mitzuteilen.“ *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Gabriele Strada/dpa

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion