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Tödlicher Bootsunfall am Gardasee: Millionen-Zahlung! Münchner offenbar „freigekauft“

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Von: Felix Durach

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Italienische Forensiker begutachten den Schaden an einem Boot. Im Fall zweier Toter auf dem Gardasee nach einer mutmaßlichen Bootskollision ermittelt die italienische Polizei gegen zwei Deutsche aus München.
Zwei Forensiker der italienischen Polizei begutachten das zerstörte Boot, mit dem die beiden Todesopfer unterwegs gewesen waren. © Gabriele Strada/dpa

Bei einem Bootsunfall auf dem Gardasee im Juni kamen zwei Personen ums Leben. Die Versicherung des Bootsbesitzers aus München zahlt nun einen Millionenbetrag.

Brescia - Der Fall erschütterte in diesem Sommer weite Teile Italiens und Deutschlands. Im Juni verursachten zwei deutsche Touristen aus München einen schweren Bootsunfall auf dem Gardasee. Die beiden Männern fuhren bei Nacht mit einem Motorboot auf dem gerade bei deutschen Urlaubern beliebtem See, als sie offenbar ein Holzboot übersahen und über dieses hinweg fuhren. Beide Insassen des Holzbootes, eine 25-jährige Italienerin und ihr 37-jähriger Begleiter kamen bei dem Unfall ums Leben. Die beiden Münchner setzten ihre Fahrt fort, ohne Erste Hilfe zu leisten. Später gaben sie an, den Vorfall nicht bemerkt zu haben.

Bootsunfall mit zwei Toten am Gardasee - Anwalt bestätigt: „Wir haben uns geeinigt“

Nach dem Vorfall reisten die beiden Männern zunächst wieder zurück nach Deutschland. Einer der beiden Münchner, der das Boot nach eigenen Angaben gesteuert haben soll, stellte sich Anfang Juli an der österreichisch-italienischen Grenze den zuständigen Behörden und befindet sich seitdem im Hausarrest bei Modena. Doch die erwartete Strafe für die beiden Männer könnte nun deutlich geringer ausfallen, als zunächst angenommen.

Das liegt vor allem daran, dass die Familie eines der Opfer eine Versicherungszahlung in Millionenhöhe erhalten soll. „Wir haben uns geeinigt“, bestätigte Anwalt Raimondo Daldosso, der die Familie des getöteten 37-Jährigen vertritt, gegenüber bild.de. Für den seelischen Schmerz und Verdienstausfall forderte der Jurist zunächst neun Millionen Euro für die Hinterbliebenen. Am Ende soll die Summe zwar niedriger ausgefallen sein, jedoch immer noch hoch genug, sodass die strafrechtliche Verfolgung der beiden Münchner, für die Familie des Verstorbenen „nicht mehr so wichtig“ sei. Die Zahlung wird dem Bericht zu Folge von der Versicherung des Bootsbesitzers aus München gezahlt, der jedoch bei dem Vorfall nicht am Steuer saß.

Gardasee-Drama: Kommen beide Münchner glimpflich davon? Bootsbesitzer winkt Bewährungsstrasfe

Nach italienischem Recht kann das Strafmaß durch eine Schmerzensgeldzahlung gemildert werden, weshalb der Münchner Bootsbesitzer im Prozess mit einer Bewährungsstrafe davon kommen könnte. Anwalt Daldosso gab mit Blick auf den Prozess, der nun bereits einen Termin hat, an: „Es ist ja alles schon klar“. Der eine Mann sei gefahren und es war das Boot seines Freundes, dessen Versicherung also für den Schaden aufkommen würde.

Jedoch scheint die Familie der getöteten 25-Jährigen einen etwas anderen Blick auf das Geschehen zu haben. „Die Eltern werden den gan­zen Prozess begleiten und um Gerechtigkeit für ihre Tochter kämpfen“, erklärte Caterina Braga, die für die Mutter der Getöteten die Nebenklage vertritt, gegenüber bild.de. Unklar ist vor diesem Hintergrund aktuell also, ob auch der Fahrer des Motorboots mit einer milderen Strafe rechnen kann.(fd)

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