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Gardasee-Unfall: Münchner angeklagt – Zeugen berichten von Champagner, Wein, Wodka und Bier

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Von: Julia Volkenand

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Motorboot-Unfall vom Gardasee - Prozess
Ein Blick auf das Gericht in Brescia. © Antonio Calanni/AP/dpa/Archivbild

Der Prozess um das tödliche Bootsunglück am Gardasee ist in vollem Gange. Zeugen sagten nun aus, dass die Angeklagten wohl unter Alkoholeinfluss standen.

Brescia - Neun Verhandlungstage sind im Prozess gegen zwei Touristen aus München nach dem tödlichen Motorboot-Unfall am Gardasee anberaumt. Beim Prozess am 16. Dezember kamen weitere Details zu der Tragödie zum Vorschein. Den beiden Münchnern wird vorgeworfen, mit ihrem Motorboot am späten Abend des 19. Juni ein Holzboot überfahren und dabei ein italienisches Paar getötet zu haben.

Die Verhandlung dazu findet in Brescia statt. Ein Sachverständiger der Polizei berichtete am Donnerstag von diversen Stofffasern, die am Rumpf des Bootes der Deutschen gefunden wurden. Diese stimmten nach Untersuchungen mit dem Stoff der Badehose von Umberto Garzarella als auch der Kleidung von Greta Nedrotti, den beiden Opfern, überein.

Gardasee-Unfall: Zwei Menschen bei Motorboot-Kollision gestorben

Das lässt darauf schließen, dass die Italiener bei der Kollision am 19. Juni direkt von dem Motorboot der Deutschen getroffen wurden. Nach derzeitigem Kenntnisstand war Garzarella sofort tot, seine Freundin stürzte vom Boot und ertrank. Die beiden Bayern fuhren weiter, ohne anzuhalten. Sie dachten offenbar, ein Stück Treibholz gerammt zu haben. Das zumindest sagten sie später an dem Abend, wie ein Restaurantbesitzer aussagte. Dabei hatte ihr Boot offenbar einen so großen Schaden erlitten, dass es an der Anlegestelle von Salò zu sinken drohte. Dem mutmaßlichen Lenker des Motorbootes, der in Italien unter Hausarrest steht, könnte eine Haftstrafe von fünf Jahren drohen.

Tödlicher Unfall am Gardasee: Zeuge spricht von Alkoholisierung

Er war, wie am ersten Prozesstag, im Gerichtssaal anwesend, gab aber selbst keine Erklärung ab. Sein Freund, dem das Luxusboot gehörte, ließ sich von Anwälten vertreten. Laut Anklage seien die zwei betrunken und viel zu schnell auf dem See unterwegs gewesen.

Nachdem am Rande des Prozessauftaktes im November der mutmaßliche Lenker des Motorbootes bei den Hinterbliebenen um Vergebung gebeten hatte und es zu intensiven Szenen gekommen war, standen nun die Zeugenaussagen an. Auch dabei wurde es im Gerichtssaal des Palazzo di Giustizia von Brescia emotional: Als ein Polizist darüber sprach, wie er die Leiche von Umberto Garzarella in dem Boot fand, vergrub dessen Vater das Gesicht in den Händen. Die Angehörigen hatten weiße Rosen als Anstecker und Andenken an die Toten dabei.

Gardasee-Unfall: Zeugen berichten von sehr viel Alkohol

Bei dem tödlichen Motorboot-Unfall am Gardasee im Sommer waren die beiden mutmaßlichen Täter aus Deutschland laut Zeugeneinschätzungen stark betrunken. Die Zeugen sagten aus, dass sie die Deutschen am Nachmittag und Abend vor dem Unfall in Bars und Restaurants gesehen haben wollen, wie sie große Mengen an Alkohol konsumiert und zunehmend betrunken gewirkt haben. Von Champagner, Wein, Wodka und Bier war am Donnerstag die Rede. Eine Augenzeugin sagte aus, dass der Bootslenker nach dem Anlegen torkelnd gegen einen Laternenpfahl gestoßen sei. Ein Restaurantmitarbeiter berichtete, dass der Mann aus dem Mund geblutet und „bewusstlos“ gewirkt habe. Er habe sich aber geweigert, von einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht zu werden. Er habe nasse Kleidung getragen - auf einem Überwachungsvideo ist zu sehen, wie er beim Anlegen im Hafen rücklings über das Boot in den See fiel, berichtet die dpa.

Ein Polizist, der an den Ermittlungen beteiligt war, berichtete vom Morgen nach dem Unfall, als er die beiden Männer auf deren Hotelzimmer aufsuchte. Ihm sei dabei der starke Geruch von Alkohol in dem Raum aufgefallen. (jv/dpa)

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