Gastbeitrag der Modeberaterin Sonja Grau

Personal Shopper in München: Fragen Sie nicht Ihre Liebsten, was Ihnen steht! Fragen Sie mich

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Personal Shopper Sonja Grau auf dem Weg zur Arbeit: in die Boutiquen an der Maxmilianstraße. 

Sonja Grau ist Personal Shopper. Sie rät uns davon ab, mit dem Ehepartner oder der besten Freundin Kleidung zu kaufen. Dafür sei das Thema Mode „zu sensibel“. Ein Gastbeitrag. 

Ich habe schon als Kind gewusst, dass ich das machen wollte, was ich heute mache. Ich bin in einer Modefamilie groß geworden und setzte mich schon immer mit Menschen und der für sie passenden Kleidung auseinander. Nur wusste ich damals nicht, dass es dafür einmal den Begriff „Personal Shopper“ geben würde. Mein Fleiß und meine gute Arbeit haben mir viele Türen geöffnet. Meine Kunden kommen aus der ganzen Welt. Sogar bekannte Hotels wie das Vier Jahreszeiten Kempinski und das Hotel Mandarin Oriental in München empfehlen meine Dienste. Gerade Hotels möchten ja für ihre Gäste nur das Beste und stehen dafür letztendlich mit ihrem Namen. Meine Auftraggeber kommen aus allen denkbaren Berufsbranchen, denn überall gilt dasselbe: „Kleider machen Leute und der erste Eindruck zählt!“ 

Mit den Namen meiner Kunden gehe ich äußerst sensibel und diskret um (ich werde meine strenge Regel auch nicht für diesen Gastbeitrag brechen, es tut mir leid). Die Anlässe, mich zu buchen, sind sehr unterschiedlich. Eine Frau oder ein Mann brauchen neue Alltagskleidung oder ein Business-Outfit für eine Tagung, ein Hotelgast braucht spontan ein Fitness-Outfit, jemand muss sich für eine normale oder royale Hochzeit einkleiden, für die Preisverleihung, die Filmfestspiele, den Opernball oder die Wiesn.

Personal Shopper Sonja Grau sagt: „Jeder Kunde hat eine Problemzone. Die verpacke ich aber so schön und angenehm, dass sie später nicht mehr da ist.“

Ich werde von meinen Kunden, die in München und Umgebung wohnen, auch sehr gerne gebeten, ihren Kleiderschrank zu inspizieren und gleichzeitig zu säubern beziehungsweise systematisch stilvoll auszubauen. Besonders überrascht hat mich in den Schränken einiger Kunden, dass sie viele Kleidungsstücke noch niemals getragen haben, obwohl sie oftmals ganz besonders gewesen sind. Das haben wir aber meist ganz schnell geändert! 

Manche Kunden wollen mich in die Läden begleiten und dort von mir vor der Umkleidekabine beraten werden. Andere schicken mich alleine los und lassen sich nach meiner Shoppingtour die feine Auswahl im Hotel oder daheim präsentieren. Meine Arbeit ist nicht einfach, um nicht zu sagen ein „Knochenjob“ – ich beherrsche ihn aber von Anfang bis Ende. Meine jüngsten Kunden sind zwei, drei und vier Jahre alt (natürlich stehen die Eltern dahinter), und ich habe einen großen Prozentsatz von Kunden unter 40 Jahren, nicht zuletzt zum Beispiel auch Berufseinsteiger, die von Anfang an aus einem übersichtlichen und stilvollen Kleiderschrank schöpfen wollen.

Meine Kunden fühlen sich nie bevormundet

Jeder Kunde hat eine Problemzone. Die verpacke ich aber so schön und angenehm, dass sie später nicht mehr da ist. Natürlich passiert es mal, dass jemand die Nase rümpft oder eine Augenbraue hochzieht, nämlich dann, wenn ich denjenigen auffordere, mal etwas für ihn Ungewohntes oder eine Nummer größer auszuprobieren. Doch danach gibt es den Aha-Effekt. Immer.

Meine Kunden fühlen sich nie bevormundet, zumindest hat das nie jemand gesagt. Ich möchte auch niemanden bevormunden. Für mich persönlich wäre dies ein No-Go! 

Darum gehen meine Kunden nicht mit Freunden oder dem Ehepartner Shoppen

Manchmal fragen mich Menschen, wieso meine Kunden nicht einfach mit der besten Freundin, dem Ehemann oder der Ehefrau Kleidung und Accessoires einkaufen – anstatt mit mir Personal Shopper. Darauf antworte ich, dass die beste Freundin, der Ehemann oder die Ehefrau in der Regel nicht die passenden Ansprechpartner für das sensible Thema Mode sind. Die werden am Ende in den seltensten Fällen die Kleidung auswählen, die die Persönlichkeit unterstreicht, der Statur schmeichelt und damit auch authentisch ist. Denken Sie daran, dass Ehepartnern meist alles am anderen gefällt, und dass sich manche „beste Freundin“ in Wahrheit insgeheim wünscht, dass die andere am Ende bitte nicht schöner aussehen soll. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass Menschen, die nicht auf ihre Familie und Freunde hören, sondern auf mich, offener für Neues (Ungewohntes) und damit mutiger mit sich, der Mode und der eigenen Persönlichkeit sind. Am Ende finden es aber alle super toll! 

Die Süddeutsche Zeitung hat mich einmal als Dame beschrieben, „die aussieht, als hätte sich Claudia Effenberg als Mary Poppins verkleidet: Schwarzes Maxi-Kleid, Strohhut mit Plastikzierrat, weinrote Pythontasche. Dazu ein schwarzes Rentner-Rollwägelchen.“ Darüber schmunzele ich. Ich fühle mich geehrt, wenn sich Menschen Gedanken zu mir und meiner Person machen. Wegen meiner Outfits zu schlussfolgern, ich würde meine Kunden nur extravagant einkleiden, ist aber falsch. Ich shoppe das, was zu meinen Kunden passt. 

Das sind meine Geheimtipps für schöne Läden in München

Ich werde nicht nur für Luxusshopping gebucht. Ich gehe auch in die Filialen der Modeketten Zara, H&M und Mango – auch für Informationszwecke. Es gibt ein paar Geheimtipps in München, die ich gerne mit Ihnen teile: zum Beispiel Slips am Gärtnerplatz, Werner Scherer in der Schäfflerstraße und trouve bel in der Fürstenstraße. Generell kann ich von allen Menschen gebucht werden, egal mit welchem Budget sie mich losschicken. Eine Preisliste habe ich auf meiner Website absichtlich nicht veröffentlicht, weil ich eine eventuell angedachte Kontaktaufnahme zu mir nicht zunichte machen möchte. Ich halte es schon immer so, dass ich je nach Kundenanfrage mein Angebot individuell - angelehnt an meinen Stunden-/Tagessatz - abgebe. Am Ende finden immer diejenigen zu mir, denen es wichtig ist, nicht Null-Acht-Fünfzehn durch die Welt zu gehen. Ich halte an meinem Leitsatz fest: „Stil kennt keine Grenzen, Alter oder Geld! Egal, wie Sie sich kleiden, es sollte immer mit Stil sein!" 

Manche behaupten ja: „Jeder weiß für sich am besten, welche Mode ihm steht und welche nicht.“ Denen muss ich ganz klar widersprechen. Wer so einen Satz „hinauspfeffert“, hat davon in der Regel keine oder wenig Ahnung. Meist antworte ich auf einen solchen Satz nicht, da ich es als vergeudete Liebesmühe ansehe.

Diesen Gastbeitrag schrieb die bayerische Personal Shopper und Modeberaterin Sonja Grau.

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