Käfer erobert die (BMW)-Welt

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Michael Käfer (54) jongliert mit einem Kürbis in der Schrannenhalle - bald ist auch die BMW-Welt kulinarisch in seiner Hand.

München - Schlemmen zwischen schicken Schlitten: Ab Oktober verwöhnt Michael Käfer pro Jahr 2,3 Millionen Besucher aus aller Herren Länder in der BMW Welt.

Dass der Münchner Top-Gastronom den Zuschlag für die beliebteste Sehenswürdigkeit Bayerns bekommen hat, ist kein Zufall. Käfer: „BMW wollte einen Gastronom, der sowohl in München als auch international Erfahrung hat.“ Erst vergangenes Jahr kletterte Käfers 900-Mann-Unternehmen laut Fachzeitschrift food-service von Rang 25 der umsatzstärksten Gaststätten-Betreiber Deutschlands auf Platz 24. Mit 90 Millionen Euro Umsatz pro Jahr ist der 54-Jährige demnach der zweiterfolgreichste Münchner Gastronom nach der Familie Kuffler.

Auf der einen Seite baut Käfer sein Imperium in und rund um München immer weiter aus (siehe unten): In den vergangenen Jahren eröffnete er Delikatessen-Großmärkte im Umland, kürzlich wurde Käfer zum größten Mieter in der neu eröffneten Schrannenhalle. Was viele Münchner aber nicht wissen: Schon seit zwei Jahren erobert Michael Käfer auch den asiatischen und arabischen Raum. So bewirtet der Münchner zum Beispiel die Abgeordneten des Bundestages in Berlin. In Japan beliefert er eine ganze Warenhauskette, in Shanghai betreibt er ein Restaurant. Und in Abu Dhabi ist er für das Catering auf der Formel-1-Strecke zuständig.

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Dass ihr Name auch mal in Asien und Arabien groß werden würde, hätten Michael Käfers Großeltern Elsa und Paul bestimmt nicht gedacht. Sie legten am 16. Mai 1930 mit der Eröffnung eines Kolonialwarengeschäftes in der Amalienstraße den Grundstein zum Welterfolg. Und das Imperium wächst und wächst. Am Montag stellt Michael Käfer sein neuestes kulinarisches Projekt in der BMW Welt vor. Die Verantwortlichen waren auf ihn zugekommen, nachdem der Vertrag mit dem vorherigen Caterer, einem österreichischen Unternehmen, ausgelaufen war.

In der tz verrät Käfer schon jetzt: „Wir kümmern uns dort um die vielen Veranstaltungen, außerdem betreiben wir Restaurant,  Cafés und den Kiosk.“ Das Konzept bleibe ähnlich, es solle jedoch internationaler und noch familiengerechter werden, sagt Käfer. „Wir werden auch einen Augenmerk auf die grüne Küche und Produkte aus unserer Region legen.“ Es werde einige Umbauten geben. „Der Höhepunkt ist die Eröffnung des Club-Restaurants, das in den vergangenen Jahren nicht geöffnet war. Mithilfe von Spitzenkoch Bobby Bräuer soll hier bis Januar ein hochwertiges Gourmet-Restaurant entstehen.“

... und wo er noch überall seine Finger im Spiel hat

München:

Käfer allerorten: Neben dem Partyservice (40 Mio. € Umsatz!) betreibt Käfer seit 1970 die Schänke und den Feinkostladen in der Prinzregentenstraße. Seit 1971 ist die Familie auf der Wiesn. In Parsdorf, Brunnthal und Pullach gibt es Discounter-Abholmärkte. Käfer ist zudem in mehreren Theatern, am Flughafen und auf der Messe Riem vertreten.

Arabischer Raum:

Ende 2004 eroberte der Partyservice den Mittleren Osten. Käfer übernahm auf der Formel-1-Rennstrecke von Bahrain das -Catering, aus Sicherheitsgründen sind aber dort derzeit keine Mitarbeiter vor Ort. In Abu Dhabi ist Käfer voll im Formel-1-Geschäft. „Und“, so Käfer: „In Katar stehen wir in Verhandlungen wegen eines Feinkostgeschäfts für den Prinzen. Allerdings sind die Einfuhrbestimmungen dort sehr streng.“

Asiatischer Raum

Seit 1992 werden Käfer-Produkte auch bei der japanischen Warenhauskette Mitsukoshi verkauft. Käfer: „Es gibt 150 Wurstsorten. Anfangs hatten wir andere Rezepturen, weil die Japaner vom intensiven Geschmack irritiert waren.“ Seit 2011 betreibt Käfer auch ein Restaurant mit Almstube in Shanghai. „Das Essen ist deutsch-europäisch, aber nicht so derb.“ Beliebtestes Gericht: die Ente - „aber mit Blaukraut und Reiberdatschi“.

Berlin

Angela Merkel, Guido Westerwelle, Frank-Walter Steinmeier: Sie alle essen Käfer-Delikatessen. Denn seit 1997 betreibt Käfer die Restaurants für die Abgeordneten des Deutschen Bundestages. „Das ist aber nichts Abgehobenes“, sagt Michael Käfer . „Da steht der Staatsminister auch mal für Spinat mit Spiegelei oder ein Würstl an.“ Der Münchner betreibt auch das öffentliche Dachgartenrestaurant neben der Kuppel, außerdem versorgt er die Hauptstadt seit 1998 mit -seinem Partyservice.

Nina Bautz

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