Fernziel: Neuer Kunstpark-Ost

Gastro-Boom trotz Corona: Das Wirte-Wunder im Münchner Werksviertel

Ins Werksviertel Mitte am Ostbahnhof kehrt das Leben zurück
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Ins Werksviertel Mitte am Ostbahnhof kehrt das Leben zurück.

Eine ganze Branche wegen Corona in der Krise? Nicht so im Osten von München: Im Quartier hinter dem Ostbahnhof boomt die Gastronomie – mit sieben neuen Lokalen.

München - Düfte von Speisen aus der halben Welt durchziehen das Werksviertel Mitte. Das Essensangebot ist groß – und es wächst immer weiter. Während die Corona-Pandemie die Gastronomie* anderswo nachhaltig getroffen hat, boomen die Restaurants in dem Quartier am Ostbahnhof. Seit Juni 2020 haben hier sieben neue Lokale geöffnet, vier weitere sollen bald folgen. Das Wirte-Wunder vom Werksviertel.

Werksviertel in München: Sieben neue Gastro-Läden - Trotz Corona-Pandemie

Als der erste Lockdown überstanden war, öffnete bereits im Juni 2020 die „Mariss Bar“. Benannt ist sie nach dem Star-Dirigenten Mariss Jansons. Hier gibt es sardische Spezialitäten und Weine. Im September folgte mit „La Tasca Flamenca“ eine spanische Tapas-Bar mit vielen traditionellen Gerichten. Französisches Gebäck und Kaffee bietet die Filiale der „Boulangerie Dompierre“. Sie öffnete im Dezember 2020.

Weiter ging die Offensive nach der dritten Welle. Im Mai bezog die „Khanittha“ ihre neuen Räume. Inhaberin Monthipha Saparp hat ein Stück ihrer thailändischen Heimat nach München geholt. Gleich drei Lokale sperrten im Juni auf: Moderne, regional und saisonal geprägte Haute Cuisine gibt’s im „Salon Rouge“ von Tohru Nakamura, der im Werk 12 untergekommen ist. Das asiatische „Mun Restaurant“ hat nun einen Streetfoodladen im Werksviertel-Mitte. Außerdem bietet das „Kaffeewerk“ mit eigener Rösterei frisch gemahlenen Kaffee, Bowls und süßes Gebäck.

Schon bald soll das Angebot weiter wachsen. Demnächst öffnen die „Container-Collective-Gastronomie“ (Transit Bar und Café), ein indischer Imbiss, eine Karaoke-Bar sowie eine Bar im Werk 12.

München: Neues Werksviertel soll an alte Kunstpark-Ost-Zeiten anknüpfen

Zunächst aber ereilte das Viertel im ersten Lockdown das gleiche Schicksal wie viele andere Gastro-Meilen. „Die Straßen waren leer“, berichtet Corinna Böck. Sie ist PR-Leiterin bei „Urkern“, der Gesellschaft, die das Viertel betreibt. Nach und nach erwachte es jetzt wieder zum Leben. Das Prinzip auf dem ehemaligen Pfanni-Gelände, das der Familie Eckart gehört, ist ähnlich wie zu Kunstpark-Ost-Zeiten (eine Ikone starb Anfang des Jahres). An diesem Ort sollen Arbeit, Essen, Sport, Feiern, Kunst und Theater vereint werden. Zudem soll die Vielfalt von früher beibehalten werden. „Man muss nicht entscheiden, was man möchte, bevor man hierher kommt“, sagt Böck. Möglichst bunt soll auch die Mischung von Menschen sein, die hier zusammenkommen.

Dass das Konzept ankommt, beweist aktuell der riesige Zulauf bei den Wirten. Und das Viertel hat noch mehr zu bieten als die neuen Lokale: Seit elf Tagen dreht das „Umadum“, das größte mobile Riesenrad der Welt, wieder seine Runden*. Die Eröffnung von Hotel und Hostel im Werk 4 stehen kurz bevor. Ab Freitag macht die Kletterhalle mit Routen durch die alten Kartoffelsilos wieder auf. Auch Veranstaltungen gibt’s wieder. Am Donnerstag startet das Programm auf der Freilichtbühne am Knödelplatz. Das endet am 1. August, und am 6. August beginnt das „Trachtival“. Eines ist dabei gewiss: Hungrig muss keiner nach Hause gehen. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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