Daniel K. (24) mit Oma (64) vor Gericht

Gauner bringen Rentnerin um 81.150 Euro

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Daniel K. (24) und seine Oma Szarlota K. (64) stehen vor Gericht

München - Rentnerin Ursula L. (84) ist Opfer von miesen Trickbetrügern geworden. Seit Donnerstag stehen die Täter vor Gericht. Es sind Daniel K. (24) und seine Oma Szarlota K. (64).

Ursula L. (84) schämt sich. Die Rentnerin (84) hört schlecht und ist gehbehindert. Dabei stand sie einmal mitten im Leben, arbeitete 30 Jahre für Siemens. Jetzt ist die Münchnerin Opfer von miesen Trickbetrügern geworden – seit Donnerstag stehen die Täter vor Gericht.

Daniel K. (24) und seine Oma Szarlota K. (64) erschlichen sich das Vertrauen der betagten Frau. Mit einer Mitleids-Masche ergaunerten sie von ihr 81.150 Euro!

„Sie waren so nett zu mir“, erzählte Ursula L. der tz. Erinnern kann sie sich vor allem an „die Frau Terani“, mit der sie in ihrer Wohnung öfter Kaffee getrunken hatte. Die 84-Jährige war offenbar froh, dass jemand da war zum Reden. Das nutzten die Ganoven schamlos aus – sie gehören einer amtsbekannten Großfamilie an, die wegen vieler anderer Straftaten bereits in Erscheinung getreten ist.

Teppich-Händler Daniel K. hatte den richtigen Riecher: Ursula L. ist alt, einsam und wohlhabend – das ideale Opfer. Er machte die Rentnerin mit seiner Oma bekannt, die sich als „Frau Terani“ vorstellte. Und die tischte der 84-Jährigen eine fürchterliche Lügengeschichte auf: Ihr Sohn läge mit abgeschnittener Zunge und abgeschnittenen Fingern im Krankenhaus, man benötige dringend Geld für dessen Behandlung. Ursula L. ließ sich erweichen, holte immer wieder Geld von der Bank – bis keines mehr da war! „Ich habe ihnen geglaubt“, so Ursula L. Ihr ist es heute peinlich, dass sie auf den fiesen Trick hereinfiel. „Sie fühlte sich unsicher, in die Ecke gedrängt“, sagte die Kripobeamtin Angelika S.

Nicht einmal vor Gericht schrak Daniel K. davor zurück, seine Mitleids-Tour fortzusetzen. Er nahm Ursula an der Hand und bat sie um Entschuldigung. Doch sie zog zurück: „Davon hab ich nichts.“ Tatsächlich zahlten die Angeklagten ihrem Opfer bislang lediglich 15 000 Euro zurück. Alles andere habe er ausgegeben, sagte Daniel K. Auf Rat ihrer Anwälte gaben beide Täter alles zu: „Ich bin mir sicher, dass ich mich mit Gottes Hilfe bessern kann“, heulte der 24-Jährige. Nachdem die Staatsanwältin drei Jahre Knast gefordert hatte, sammelten die Verteidiger bei den Familienmitgliedern noch schnell 10 000 Euro. In großen Scheinen!

Die Urteile: 2 Jahre und 7 Monate für Daniel K., 2 Jahre und 3 Monate Knast für dessen Oma!

Eberhard Unfried

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