Stadt verspricht Hilfe für die Mieter

GBW-Ausverkauf: Wo in München die Sorgen wohnen

München - Die GBW wird in München 4500 Wohnungen verkaufen. Wo, das ist noch unklar. Viele Mieter machen sich nun Sorgen. Bald-OB Dieter Reiter kündigt an, die Stadt werde nicht tatenlos zusehen.

Verraten, ausgetrickst, verkauft: Erst verhökert die Landesbank die GBW mit ihren 32.000 günstigen Wohnungen in Bayern an Investoren. Dann prangert der Mieterverein miese Tricks gegen das Umwandlungsverbot an. Jetzt steht bei der GBW der Ausverkauf von 4500 Wohnungen an! Wo genau, ist unklar. Aber die Mieter bangen wieder um ihre Existenz. Bald-OB Dieter Reiter (SPD) macht ihnen Hoffnung …

Am Arnulfpark verhinderte nur ein Formfehler die Mieterhöhung für 191 Wohnungen.

Der GBW-Atlas zeigt, wo die bedrohten Wohnungen liegen: Dem Unternehmen gehören rund 8000 Apartments in der Stadt. Laut Geschäftsbericht 2011 lagen damals je 1500 in Milbertshofen-Am Hart und Schwabing-Freimann sowie weitere 1000 in Feldmoching-Hasenbergl – nicht gerade Münchens Nobel-Lagen. Dazu kommen 2600 Wohnungen im Umland. Die Mieten lagen zuletzt deutlich unter dem Mietspiegel – 8,35 Euro pro Quadratmeter kalt statt 10,13 Euro. Im Umland waren es sogar nur 6,89 Euro. Da bleibt viel Luft nach oben: Darum fürchtet Mietervereins-Chefin Beatrix Zurek (SPD) Modernisierung und massive Preissteigerungen in den verscherbelten Apartments!

Dieter Reiter: Da wollen wir als Stadt nicht einfach zusehen

Irene Jahn wurde ihre Mietwohnung in der Clemensstraße zum Kauf angeboten.

Doch so weit muss es in München nicht kommen: Schon im November hat die GBW Wohnungen in München versilbern wollen – und die Stadt ging dazwischen. Der Stadtrat machte mit großer Mehrheit rund 50 Millionen Euro locker, um 355 Apartments an Dülferstraße (Hasenbergl) und Agilolfingerstraße (Giesing) zu kaufen – denn die Stadt hat bei Verkäufen der GBW ein Vorkaufsrecht, allerdings mit fünf Prozent Preisaufschlag! Seitdem fordern GBW-Mieter immer wieder verkauft zu werden – um von der Stadt gekauft werden zu können.

In der Dülferstraße klagen die Mieter über Preiserhöhungen von rund 14 Prozent.

Bald-OB Dieter Reiter (SPD) will die Politik fortführen und verspricht: „Wenn Münchner sich die Miete nicht mehr leisten können, wollen wir als Stadt nicht einfach zusehen. Deshalb werden wir in Zukunft GBW-Wohnungen kaufen, wo immer das möglich ist.“ Der Preis aber ist hoch, nicht nur in Euro und Cent. „Noch besser wäre natürlich, die CSU-Staatsregierung würde die Wohnungen zurückkaufen und die Stadt München könnte mit dem Geld neue bezahlbare Wohnungen finanzieren.“

Abschlepp-Abzocke auch bei der GWG?

David Costanzo

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