GBW-Wohnungen: Angst vor den Heuschrecken

München - Zwei Nachrichten schrecken die 33 000 Mieter der bayerischen Landesbank-Tochter GBW auf: Die Geschäftsführerin des Mieterbundes Bayern, Monika Schmid-Balzert, ist alarmiert.

Zum einen beauftragt die Bayern LB die US-Investmentbank Lazard mit der Beratung für den Verkauf der GBW. Zum anderen kauft die Augsburger Patrizia AG die 50 000 Wohnungen der Landesbank Baden-Württemberg. Sie überbot ein Konsortium um die Stadt Stuttgart. Auch in Bayern ist ein kommunales Konsortium geplant.

Die Geschäftsführerin des Mieterbundes Bayern, Monika Schmid-Balzert, ist alarmiert: „Lazard ist nicht für seine soziale Einstellung bekannt.“ Zwar versprach Finanzminister Markus Söder, die Bayern LB werde exklusiv mit den betroffenen Städten über den Verkauf verhandeln, aber Schmid-Balzert gibt zu bedenken: „Der Fonds zur Rettung der Landesbank wird durch Privatisierungserlöse finanziert.“ Ihre Befürchtung: „Zuletzt könnte der zum Zuge kommen, der am meisten bietet. Und das sind die Heuschrecken.“

Bayern LB-Sprecher Matthias Lücke wiegelt ab: „Lazard wurde nur beauftragt, als Berater den Verkaufsprozess zu strukturieren.“ Das Angebot an die Städte sei aber „zeitlich befristet“, und sie müssten einen „marktgerechten Preis“ zahlen. Falls das nicht klappt, will Lücke ein Bieterverfahren nicht ausschließen. Am Freitag treffen sich Vertreter der bayerischen Städte in Nürnberg, um den Kauf der Wohnungen zu beraten. OB Christian Ude erklärt: „Ich halte den Kauf der Wohnungen durch die Städte für realistisch möglich.“

J. Welte

Rubriklistenbild: © dpa

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