GBW-Wohnungen: Ude macht Druck

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Oberbürgermeister Christian Ude.

München - Die Diskussion um die GBW-Wohnungen kommt einfach nicht zur Ruhe. Sogar ganz im Gegenteil: Der bayerische SPD-Landesvorstand hat ein neues Papier zu dem Thema verfasst - mit einer klaren Ansage:

Eigentlich solle der Freistaat Bayern die Wohnungen kaufen, fordert die SPD. Die GBW ist Bayerns größte Wohngesellschaft (in ganz Bayern geht’s um 33 000 Wohnungen, davon rund 10 000 in München). Problem: Größter Anteilseigener ist die Landesbank. Die wiederum soll saniert werden - und zwar auch über einen Verkauf der GBW-Anteile. Dabei hoffen alle Beteiligten, dass die Wohnungen in der Verantwortung der öffentlichen Hand bleiben. So sollen die Mieten bezahlbar bleiben - ein bissl Kühlung für den heißen Münchner Immobilienmarkt. Wie das konkret passieren soll? Die SPD sieht das Land Bayern in der Pflicht. „Der Freistaat darf die Mieterinnen und Mieter nicht im Regen stehen lassen. Er muss die Wohnungen übernehmen und darf nicht die Kommunen bluten lassen“, heißt es in dem neuen SPD-Papier.

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OB Christian Ude (SPD) nannte es einen „empörenden Vorgang“, dass die Kommunen rund eine Milliarde Euro zusammenkratzen sollten, um die Wohnungen zu kaufen. Seine Warnung: Wenn das geschehe, werde Geld für Schulsanierungen oder Kinderbetreuung fehlen. Es sei, so steht’s in dem Papier, nicht Aufgabe der Kommunen, für das von der CSU-Staatsregierung angerichtete BayernLB-Desaster zu haften. Finanzminister Markus Söder (CSU) reagierte prompt und nannte es „schlechten Stil“ Udes, „die begonnenen Verhandlungen öffentlich zu brüskieren“. Tatsächlich hatte es bereits Gespräche zwischen Freistaat und Kommunen gegeben. Die gute Nachricht: Diese Verhandlungen sollen weitergehen. Ude zum Münchner Merkur: „Wir werden diesen Weg weiter versuchen.“ Söder hatte sich bereits erkundigt, ob Udes Äußerungen das Aus der Gespräche bedeuten sollten.

GBW-Wohnungen in München

Die GBW besteht seit 1936. Ursprünglich wurde sie als Bauträger AG des bayerischen Handwerks gegründet. Der heutige Name ist die Abkürzung für „Gemeinnützige Bayerische Wohnungsaktiengesellschaft“. Betonung auf: gemeinnützig! Die bayerische Landesbank stieg 1966 als Großaktionär ein. In den insgesamt rund 33 000 GBW-Wohnungen leben circa 85 000 Menschen. In der Stadt München geht es um rund 7800 Wohnungen, in den Nachbarlandkreisen sind es rund 2600. Weitere GBW-Schwerpunkte sind Nürnberg und Erlangen.

MOL

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