Reiter fordert Beteiligung des Freistaates

GBW-Wohnungen: Stadt will Mieter retten

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Im Juli hat die Stadt 79 Wohnungen in der Neustifter Straße (Milbertshofen) gerettet.

München - Die Stadt will Hunderte Mieter der ehemals staatlichen GBW vor Immobilien-Heuschrecken retten, indem sie die Häuser kauft. Am Donnerstag wurden im Stadtrat Richtlinien verabschiedet, nach denen man beim Kauf weiterer Quartiere künftig entscheiden will.

Durch den Verkauf der GBW mit ihren 8000 Wohnungen an ein Konsortium um die Augsburger Patrizia AG steht den Mietern ein erneuter Eigentümerwechsel bevor, die neuen Besitzer wollen die Wohnungen weiterverkaufen.

800 GBW-Wohnungen wurden schon verkauft, 446 davon übernahm die Stadt. Grund: In der Sozialcharta hatte der Freistaat festgelegt, dass die Stadt bei den Verkäufen ein Vorkaufsrecht hat. Sie muss es aber innerhalb eines Monats ausüben und fünf Prozent mehr zahlen als der meistbietende Private. Am Donnerstag beschloss der Stadtrat, dass künftig beim Kauf von GBW-Wohnungen folgendermaßen vorgegangen werden soll: Es werden nur noch Häuser mit mindestens zehn Wohnungen gekauft, außerdem müssen diese in Gebieten „mit sozialen Herausforderungen“ liegen. Außerdem darf der Kaufpreis nicht deutlich über dem Verkehrswert liegen. Die Stadt will dafür einen „dreistelligen Millionenbetrag“ investieren.

Das Geld dürfte für rund 1000 Wohnungen reichen. SPD-Fraktionschef Alexander Reissl erklärt dazu: „Den gesamten Bestand zu übernehmen, würde uns finanziell überfordern. Die Neubau-Aktivitäten der Stadt dürfen nicht unter unserem Engagement leiden.“ Darum nimmt OB Dieter Reiter (SPD) den Freistaat in die Pflicht: „Es wäre absolut angebracht, dass sich der Freistaat am Kauf der Wohnungen finanziell beteiligt.“ An der Schieflage der Landesbank, die die GBW verkauft hatte, sei die Stadt nicht schuld. Reiter: „Es gab schon schlechtere Investitionen als in Münchner Wohnungen.“

J. Welte

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