GDL-Streik: "Maximum an Chaos für die Fahrgäste"

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Der GDL-Streik wird die Fahrgäste auch diese Woche nerven

München - Im festgefahrenen Tarifkonflikt des öffentlichen Nahverkehrs wirft die Münchner Verkehrsgesellschaft der Gewerkschaft GDL eine unverantwortliche Streiktaktik vor.

Im Tarifstreit des öffentlichen Nahverkehrs in Bayern haben die Arbeitgeber der Gewerkschaft GDL unverantwortliche Streiktaktik vorgeworfen. Mehrfach seien Aktionen nicht angekündigt oder in letzter Minute umgeplant worden, erklärte MVG-Chef Herbert König. Es sei GDL-Strategie, “ein Maximum an Chaos für die Fahrgäste“ zu erzeugen. “Auch heute ist die Lage völlig unklar.“ Daher bleibe es in München vorerst bei dem vergangene Woche eingeführten Basis-Fahrplan für U- und Trambahnen, um den Kunden und anderen Mitarbeitern ein Mindestmaß an Planungssicherheit zu verschaffen. Eine Sprecherin der DBB Tarifunion wollte sich zu den Vorwürfen am Montag nicht äußern.

Zu dem Streik hatten GDL und die DBB Tarifunion aufgerufen, nachdem sie sich anders als die Gewerkschaft Verdi nicht mit den Arbeitgebern auf einen Tarifabschluss einigen konnten. Die DBB Tarifunion, die die Verhandlungen stellvertretend für die GDL führt, vertritt bayernweit rund 1000 der 6500 Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr, für die der mit Verdi erzielte Abschluss über 3,5 Prozent mehr Geld nicht gelten wird. Die DBB Tarifunion fordert fünf Prozent mehr Geld und eine Arbeitszeit-Anrechnung der Leerzeit zwischen den Schichten.

In der vergangenen Woche hatte die Gewerkschaft eine Unterbrechung des Ausstandes angekündigt, um so nach eigenem Bekunden ihre Verhandlungsbereitschaft zu signalisieren. Bis heute sei aber kein offizielles Streikende verkündet worden, kritisierte die MVG. Die Verkehrsgesellschaft hatte trotz der Pause einen Basis-Fahrplan eingeführt, um bei möglichen neuen Streiktagen auch mit weniger Personal den Fahrplan erfüllen zu können. Deshalb fahren manche U-Bahnen in München nur noch alle 20 Minuten.

So schnell wie möglich wolle man wieder zum Normalfahrplan zurückkehren, erklärten der Verhandlungsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbandes, Reinhard Büttner, und MVG-Chef König in einem offenen Brief an die GDL. “Im Interesse der Münchner Bürgerinnen und Bürger erwarten wir daher von Ihnen zeitnah eine Erklärung uns gegenüber, zu welchem Zeitpunkt Sie die Arbeitskampfmaßnahmen endgültig einstellen.“

Büttner zeigte sich grundsätzlich gesprächsbereit. Allerdings seien die Forderungen der GDL nicht akzeptabel, sie bedeuteten alleine für die MVG Mehrkosten von rund 6 Millionen Euro pro Jahr über den bereits mit Verdi abgeschlossenen Tarifvertrag hinaus. MVG- Chef König warf der Gewerkschaft vor, es gehe ihr entgegen ihrer Aussagen nicht um Änderungen bei der Arbeitszeit, sondern um “Geld, Geld und nochmals Geld“. Unter der Auseinandersetzung leide mittlerweile auch das Betriebsklima, sagte König. So hätten sich GDL- Mitglieder und andere Beschäftigte bei einer Betriebsversammlung in der vergangenen Woche heftige Wortgefechte geliefert.

dpa

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