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Gedenken an Dominik Brunner: Wir verschenken Herzen

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Die engagierten Schüler des Luitpold-Gymnasiums. © Ralf Kruse

München - Die Schüler vom Münchner Luitpold-Gymnasiums sind bei der Großdemonstration zum Gedenken an das Sollner S-Bahn-Opfer, Dominik Brunner, im Einsatz.

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Die Schüler des Luitpold-Gymnasiums in München nehmen ihr Herz in die Hand: Sie möchten ein Zeichen setzen und bei der Großdemonstration – für mehr Mut und Zivilcourage – am 20. Dezember um 14 Uhr am Odeonsplatz teilnehmen: In bemalten Warnwesten werden die rund 200 Buben und Mädchen schon eine Stunde vor der Demo die roten Flyer-Herzen verteilen, um noch mehr Bürger zum Mitmachen zu bewegen. Bei der anschließenden Demonstration werden sie ebenfalls vor Ort sein.

Trauerfeier für Dominik Brunner

„Nimm Dein Herz in die Hand“: Unter diesem Motto veranstaltet die Dominik-Brunner-Stiftung die Groß-demonstration für mehr Zivilcourage im Alltag. Als Redner werden u. a. FC-Bayern Präsident Uli Hoeneß sowie Oberbürgermeister Christian Ude erwartet.

Auch die Schüler des Luitpold-Gymnasiums rufen zur Teilnahme auf, denn die Nachricht über das schreckliche Schicksal Dominik Brunners war für die Schüler ein Schock. Er musste es mit seinem Leben bezahlen, dass er sich am S-Bahnhof Solln schützend vor Kinder stellte.

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Diese Herzen verteilen die Schüler. © Ralf Kruse

„Es ist deprimierend, wie schnell ein Leben zu Ende sein kann“, sagt Andrea Schadhauser (44), Elternbeirätin der Schule. Sie möchte so viele Schüler und Kollegen wie möglich motivieren. „Als ich von dieser Aktion gelesen habe, war ich sofort davon begeistert. Ich finde es toll, dass durch diesen Fall so eine gute Initiative erwächst“, erzählt die 44-Jährige. „Es ist ein Bewusstmachen und vor allem Hinschauen, wenn’s einem nicht gut geht.“

Inmitten der Schüler steht Diana Schäbler, Tutorin und Ansprechpartnerin an der Schule. Ihr liegt ebenso viel an dieser Demonstration. „Ich bin froh darüber, dass so viele Schüler bereit sind, erstens die Flyer für die Demo zu verteilen und zweitens daran teilzunehmen“, erzählt sie. „Wir wollen so weit kommen, dass so ein Ereignis, wie es am S-Bahnhof Solln passiert ist, nie wieder vorkommt.“

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Dominik Brunner (50) starb am Bahnhof in Solln. © dpa

Ein Blick in die Schülergruppe zeigt, dass diese auch mit vollem Einsatz dabei sind. Einsatz haben die Schüler auch beim Beschaffen der Warnwesten gezeigt: Auf der Suche nach dem passenden „Demo-Outfit“ bekamen die Gymnasiasten von zwei Münchner Baumärkten Unterstützung. Als die Schüler dort von ihrem Vorhaben erzählten, spendierten ihnen diese daraufhin das orangefarbene Kleidungsstück.

Es ist den Schülern ernst mit ihrem Vorhaben. Gespannt warten sie nun auf den 20. Dezember und hoffen, dass die Demo ein Erfolg wird – damit Dominik Brunner und seine Auffassung vom Leben unvergessen bleibt.

Nathalie Heuler

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