Gedenktafel für die Hitler-Putsch-Opfer

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Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU,l) und Münchens OB Christian Ude (SPD) enthüllen am Dienstag an der Westseite der Residenz die Gedenktafel, die an vier Polizisten erinnert, die beim Hitlerputsch 1923 erschossen wurden.

München - Sie stellten sich gegen die Feinde der Weimarer Republik und bezahlten ihren Einsatz für die Demokratie mit dem Leben. Jetzt werden die Opfer des Hitler-Putsch geehrt.

Genau 87 Jahre nach ihrem gewaltsamen Tod erinnert seit Dienstag an der Münchner Residenz eine Gedenktafel an vier Polizisten, die beim Hitlerputsch 1923 erschossen wurden. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) enthüllten die Tafel am Mittag.

So begann der Zweite Weltkrieg

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“Die Polizeibeamten haben sich damals den Nazis entschlossen entgegengestellt“, sagte Herrmann. “Sie mahnen uns, im Kampf gegen den Extremismus nicht nachzulassen.“ Ude betonte: “Die bayerische Polizei hat als erstes gezeigt, dass der rechtsextreme Mob hätte gestoppt werden können, wenn alle dazu bereit gewesen wären.“

Am 9. November 1923 hatte es einen nationalsozialistischen Aufzug mit Adolf Hitler und Erich Ludendorff in München gegeben. Die Polizisten der 2. Hundertschaft, die in der Residenz stationiert waren, stellten sich den Nationalsozialisten entgegen und stoppten sie. Es kam zum Schusswechsel. Dabei starben 20 Menschen, darunter der Polizei-Oberwachtmeister Friedrich Fink, Polizei- Unterwachtmeister Nikolaus Hollweg, Polizei-Hilfswachtmeister Max Schoberth und Polizei-Hauptmann Rudolf Schraut. Sie waren zwischen 20 und 37 Jahre alt.

Wie die Justiz den Fall damals bearbeitet habe, sei skandalös gewesen, sagte der Innenminister. Die Täter seien zu Opfern stilisiert worden. “Auch deswegen ist diese Gedenktafel wichtig. Sie stellt die Geschichte von damals wieder vom Kopf auf die Füße.“

An der halbstündigen Feier nahmen auch drei Angehörige der damals Getöteten teil. Unter der neuen Bronzeplatte standen Schwarz-Weiß- Fotos von Fink, Schraut und Hollweg. Das Polizeiorchester untermalte die Zeremonie, drei Polizeibeamte trugen Original-Uniformen aus dem Jahr 1923.

dpa

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