Gefährliches Gebolze: Kicker fordern Fangzaun

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Schon wieder ins Aus! Der Pfeil zeigt, wie der Fangzaun entlang des Radwegs an der Isar verlaufen müsste.

München - Der Bolzplatz an der Wittelsbacher Brücke liegt direkt am Radweg entlang der Isar. Das ist gefährlich für Kicker und Radler. Doch ein Schutzzaun scheitert am Behörden-Wirrwarr.

"Super Pass“, ruft Buddy zu seinem Mitspieler. Er nimmt Anlauf und hält drauf - paff, der Ball knallt an den Pfosten und von dort ins Gebüsch. Auf einem normalen Fußballfeld gäbe es jetzt Einwurf. Doch hier auf dem Bolzplatz an der Wittelsbacher Brücke ist so ein Pfostenschuss nicht ungefährlich - denn der Radweg verläuft direkt neben dem Fußballfeld. „Das ist oft ganz schön brenzlig“, sagt Buddy. Für ihn, wenn er den Ball aus dem Gebüsch holen muss und dabei den stark befahrenen Radweg überquert. Und natürlich für die Radlfahrer, wenn sie in voller Fahrt den Ball abkriegen. „Wir passen auf, aber da kann schnell mal ein schlimmer Unfall passieren“, erzählt Buddy.

Jeden Montag kickt der 46-Jährige mit anderen Hobby-Fußballern. Die Tore hat die Stadt gestellt, aber die Netze fehlen. „Die brauchen wir aber ganz dringend zum Schutz für uns und die Radfahrer“, sagt Buddy. Doch bisher stehen die Kicker mit ihrem Wunsch im Abseits. Und die Stadt mauert.

Hochwasserschutz verhindert Fangzaun

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„Die Einrichtung eines Schutznetzes am Bolzplatz an der Wittelsbacher Brücke ist aus Gründen des Hochwasserschutzes nicht möglich“, sagt Cornelia Unterhuber vom Baureferat. „Die entsprechenden Auflagen gibt das Wasserwirtschaftsamt vor.“ Der Vize-Amtsleiter dort, Wolfgang Polz, sagt: „Der Bolzplatz liegt im Überschwemmungsgebiet der Isar. Kritisch könnte sein, dass sich im Hochwasserfall Totholz oder anderes Treibgut festsetzt und so den Abfluss behindert.“ Für das Ballnetz der Kicker wäre eine Anlagengenehmigung nötig - und die läuft vom Baureferat über das Referat für Gesundheit und Umwelt zum Wasserwirtschaftsamt. „Das ist doch Bürokraten-Irrsinn“, schimpft Buddy. Es gebe einfach zu wenige Flächen  in der Innenstadt. In der Tat: „Die 23 Bezirkssportanlagen der Stadt teilen sich oft fünf bis sechs Vereine. Ab 16 Uhr ist dort Hochbetrieb“, sagt Günter Schwarz vom Sportamt. Im Klartext: Freizeitfußballer müssen auf Parks, Grünflächen und Bolzplätze ausweichen. Wo es die gibt, zeigt die Tabelle.

Andreas Thieme

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