Giftgas-Alarm auf der Stammstrecke

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Die Einsatzkräfte spritzen den Kesselwagen am Rangierbahnhof München Ost ab. Dort war wohl Ethylacrylat ausgelaufen.

München - Am Rangierbahnhof in Berg am Laim hat sich am Dienstag ein übler Geruch verbreitet: Giftgas­alarm sorgte für einen Großeinsatz. Das folgende S-Bahn-Chaos war groß.

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Die erste Meldung, die Dienstag früh gegen 7.30 Uhr bei Polizei und Feuerwehr einging, war alarmierend: „Kesselwagenbrand am Ostbahnhof“. Sofort raste ein Großaufgebot an Einsatzkräften zum Rangierbahnhof in Berg am Laim und sperrte den Bereich inklusive der Straßenunterführung großräumig ab. Gott sei Dank brannte nichts, aber ein übler Geruch verbreitete sich: Giftgas­alarm!

Wie sich herausstellte, hatten Bahnmitarbeiter bei Rangierarbeiten an einem Kesselwagen des aus Ljubljana (Laibach) kommenden Güterzuges den Geruch wahrgenommen und bemerkt, dass eine Flüssigkeit aus dem Waggon tropft. Bahnsprecher Berti Habelt zur tz: „Der Waggon hatte ursprünglich Acryl-Athylen geladen, das zur Herstellung von Lösungsmitteln benötigt wird. Der Stoff ist nur in hohen Dosierungen gesundheitsgefährdend“. Die Feuerwehr spritzte den Wagen ab und fing die Flüssigkeit auf.

 

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Aufgrund der Wagenpapiere stellte sich später heraus, dass der Waggon, so Bahnsprecherin Bettina von Gaisberg zur tz, „bereits in Ljubljana entladen war und nur Reste des Stoffes im Kesselwagen waren“. Nach einer Untersuchung konnte der Zug weiter a sein Ziel Duisburg fahren.

Das Chaos jedoch war groß: Zwischen 7.30 Uhr bis etwa neun Uhr konnte ab Ostbahnhof kein Zug mehr Richtung Berg-am-Laim fahren, das wirkte sich auch auf die Stammstrecke aus. S-Bahn-Chef Bernhard Weisser: „Der gesamte Fahrplan geriet durcheinander. Wir hatten große Verspätungen“. Bis gegen elf Uhr kam es zu Verzögerungen bis zu 35 Minuten. Der Regionalverkehr war unterbrochen. Fernzüge Richtung Salzburg und Innsbruck wurden über Holzkirchen umgeleitet.

Karl-Heinz Dix

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