Gegenangriff bei Vorwürfen

Sex-Mobbing: Ex-Messe-Manager klagt

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Jetzt droht doch ein Schmutz-Prozess im Messe-Skandal: Der mit Vorwürfen überzogene Manager klagt gegen seine fünf Abmahnungen!

München - Sex-Mobbing, fünf Abmahnungen, Suspendierung, doch jetzt geht der Manager zum Gegenangriff über. Nach tz-Informationen fordert er nicht nur 750 000 Euro Abfindung, sondern verklagt auch noch die Messe!

Eine Mitarbeiterin wirft dem früheren Spitzenmann der Münchner Messe Sex-Mobbing vor, fünf Abmahnungen haben ihm die Gesellschafter Freistaat und Stadt ausgesprochen und ihn im März sogar suspendiert. Jetzt geht der Manager zum Gegenangriff über: Nach tz-Informationen fordert er nicht nur 750 000 Euro Abfindung, sondern verklagt auch noch die Messe! Dort herrscht Kopfschütteln bis Fassungslosigkeit …

Die Anwälte des Messe-Managers bestätigen die tz-Recherchen: „Die Abmahnungen sind aus unserer Sicht unberechtigt. Darum setzen wir uns dagegen gerichtlich zur Wehr“, sagt der Arbeitsrechtler Ernst Schaller von der Kanzlei Mayer, Kambli, Steger, Schlauch. Dafür gebe es Zeugen. Man sei sich der Sache „ziemlich sicher“. Die Klage sei am Donnerstag beim Landgericht eingereicht worden.

Gibt es jetzt doch den gefürchteten Schmutz-Prozess? In der Verhandlung dürften alle Details zur Sprache kommen. Inhaltlich möchte sich der Anwalt nicht zu den Vorwürfen äußern. Schwebendes Verfahren.

Ude hatte den Skandal vor dem Stadtrat als „den unerfreulichsten Vorgang, den ich bei der Messe erlebt habe“ bezeichnet. Eine Kommission habe nach den Sex-Vorwürfen im Sommer vergangenen Jahres eine „Vielzahl von Vorfällen“ festgestellt – schwere verbale Entgleisungen und Tätlichkeiten gegen die Frau, „die erschüttern und ratlos machen“. Die Experten hätten der Mitarbeiterin ausdrücklich Glaubwürdigkeit bescheinigt. Darauf folgten im Dezember fünf Abmahnungen, wie der Anwalt bestätigt. OB Ude hatte den Manager sogar gleich feuern wollen, dafür aber keine Mehrheit unter den Gesellschaftern bekommen – Freistaat, Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer. Pikant: Der Manager gilt in der Messe als Mann des Freistaats, arbeitete vorher im Ministerium.

Die Messe hat die Abmahnungen absichtlich zu fünf unterschiedlichen Sachverhalten ausgesprochen. Auch dort ist man sich der Sache sicher. Und überhaupt: Warum geht der Mann erst jetzt gegen die Abmahnungen vor? Sein Mandant sei im Ausland gewesen, dann schwer erkrankt, erklärt Schaller. Jetzt gehe es ihm wieder gut. Persönlich war der Mann für die tz nicht zu sprechen.

David Costanzo

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