Demos in München

600 Gegendemonstranten bei kleiner Bagida-Kundgebung 

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Viele Gegendemonstranten setzen bei der Bagida-Kundgebung am Montagabend ein Zeichen für Toleranz.

München - Zu einer Kundgebung des Bagida-Bündnisses waren am Montagabend in München circa 350 islamfeindliche Demonstranten unterwegs. Laut Polizei zeigten gleichzeitig rund doppelt so viele Gegendemonstranten ein Zeichen für Toleranz.

Der bayerische Pegida-Ableger Bagida hat am Montag seinen fünften Abendspaziergang absolviert und erneut gegen die angebliche Islamisierung Deutschlands demonstriert. Lediglich rund 350 Teilnehmer bildeten den Zug, der ab 19.30 Uhr vom Goetheplatz über die Lindwurmstraße bis zur Poccistraße rollte. Bagida-Initiator und Münchens Islamfeind Nummer eins Michael Stürzenberger blieb der Veranstaltung fern. Damit hielt er es mit der Mehrheit der 1800 Teilnehmer, die noch vor fünf Wochen demonstriert hatten.

Von Woche zu Woche schrumpft die Zahl der Bagida-Anhänger, inzwischen beteiligen sich aber auch weniger Münchner an den Gegendemonstrationen. Gut möglich, dass man den Islamgegnern mittlerweile mit Abwesenheit und Desinteresse die Luft aus den Segeln nehmen will. Trotzdem demonstrierten Montagabend 600 Münchner gegen die Bagida-Versammlung samt ihrer immergleichen Parolen. Mit Trillerpfeifen, Trommeln und Sprechchören setzten sie erneut ein Zeichen gegen Fremdenhass und für Toleranz. „Kein Mensch ist illegal“, schallte es mehrmals durch die Straßen.

Polizei-Pressesprecher Wolfgang Wenger zog am Ende eine positive Bilanz: „Alles ist friedlich und ohne Zwischenfälle verlaufen.“ Insgesamt 600 Beamte waren im Einsatz. Für den Rosenmontag hat Bagida übrigens keine Demonstration angemeldet. Dann gehören die Straßen den richtigen Narren.

Johannes Heininger

Bilanz der Polizei

Das meldet die Polizei noch: Es kam zu einer Festnahme wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (FDJ-Fahne). Der Straßen- und Schienenverkehr musste während der Versammlungen im Bereich Goetheplatz und Lindwurmstraße teilweise gesperrt und umgeleitet werden. Die Münchner Polizei war mit ca. 600 Beamten im Einsatz. Der Einsatzleiter, Leitender Polizeidirektor Günter Süßbrich, war mit dem Verlauf der Veranstaltungen insgesamt zufrieden.

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